Cancun/ Klimawandel: Nnimmo Bassey (Nigeria) über Kolonisation und Entkolonisierung der Erdatmosphäre

“…Für Afrika wie für andere gefährdete Weltregionen und Länder aber ist die Fortdauer des Kyoto-Protokolls essentiell. Damit lässt sich ein wissenschaftlich messbarer Abbau von Emissionen gewährleisten, der die globale Erwärmung auf einem beherrschbaren Level hält. Sie sollte auf keinen Fall 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellem Standard liegen. Jede darüber hinausgehende Erhöhung würde Afrika verstärkt treffen und sich direkt auf Landwirtschaft und Wasserreserven auswirken. Dürreperioden und eine beschleunigte Wüstenbildung wären weitere Folgen. Der Klimawandel wird vor allem kleine Bauern und Viehhalter betreffen, die auf den Regen für ihre Felder und auf Weideland für ihr Vieh angewiesen sind.

Eine zentrale Forderung der gefährdeten Länder sind Ausgleichszahlungen. Sie wären ein praktikabler Weg, wie reiche Länder helfen könnten, dass die Folgen des Klimawandels in den weniger reichen Ländern nicht so schlimm ausfallen und die Menschen dort sich anpassen können. Solche Ausgleichsgelder kämen einer Bezahlung für die historische Kolonisation der Atmosphäre durch die Industriestaaten gleich. Sie haben bereits 80 Prozent des atmosphärischen Raums besetzt, der von Treibhausgasen eingenommen werden kann, bevor der Klimawandel einen Punkt erreicht, von dem aus es kein Zurück mehr gibt. Das wirft auch die Frage auf, wie die restlichen 20 Prozent aufgeteilt werden sollen. Derzeit lautet die Forderung an die reichen Länder, ihre Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent zurückzufahren. Beim aktuellen Verlauf der Klimapolitik kann man das nur als Wunschtraum bezeichnen, da die Hauptemittenten dies als viel zu ambitioniert bewerten und lieber so weitermachen würden wie bisher….”

Auszug aus: In Cancún müssen die Industrienationen begreifen: Ihre Kohlendioxid-Emissionen treiben die Afrikaner weiter ins Elend – von Nnimmo Bassey (Vorsitzender von “Friends of the Earth International”, Träger des Alternativen Nobelpreises) in der Süddeutschen Zeitung, 7.12.2010

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