ELFENBEINKÜSTE vor WAHLEN (III): 2 Abidjaner JOURNALISTEN ÜBER PROBLEME UND HOFFNUNGEN – présidentielle Côte d’Ivoire (III): les éditorialistes ivoiriens Karl Gougouly et Théophile Kouamouo ont la parole

Nouveau CourrierFolgendes sind meine deutschen Übersetzungen von fünf Editorials aus dem Abidjaner “Le Nouveau Courrier”, übrigens kein Revolverblatt (wie es aussieht 😉 ), sondern eine, man wird es sehen, nicht unkritische Tageszeitung.

Théophile Kouamouo ist Journalist, Blogger und Redakteur des verlinkten Zeitungsblogs, hat auch eine facebook-Seite. “Journalist seit Mai 1999, bin ich Editorialist und unabhängiger Berichterstatter. Vorher war ich Reporter bei L’Autre Afrique, Korrespondent von Le Monde in Abidjan, Hauptreporter bei Fraternité-Matin, Chefredakteur von “Temps” und dem “Courrier d’Abidjan”.
triLES TEXTES EN FRANCAIS SONT EN-DESSOUS DE LA CARTE GEOGRAPHIQUEIch bin Autor zweier Essays, erschienen bei Editions Le Courrier d’Abidjan : “La France que je combats” (Das Frankreich, welches ich bekämpfe) und “La Recolonisation de l’Afrique – le cas de la Côte d’Ivoire” (Die Rekolonisierung Afrikas – der Fall Elfenbeinküste).”

Karl Gougouly ist das Pseudonym eines engagierten Bürgers, der als hoher Verantwortlicher im Privatsektor seine Anonymität wahren will.

by Karlos, Wahlgeschenke
Geschenke, die man umleiten könnte
“Hier sind Japans Geschenke für die Wahl” – “Kein Geld dabei?”
Karikatur des ivorischen Zeichners Karlos

Kleine Einführung vom Blogautoren Andreas Fecke

Die am Sonntag 31.10. in der Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) stattfindenden, seit 2005 ständig verschobenen Präsidentschaftswahlen sind mit Hoffnungen und Angst belegt, Angst vor einem danach wie zuvor. Erstmals dürfen alle Kandidaten antreten, die es wollen, und drei Gegner aus drei Volksgruppen, allesamt schon mal an der Macht gewesen, werden vor allem nach der Wahl offenlegen, ob das Land für den lang ersehnten Frieden und zur Demokratie bereit ist – oder ob doch nur wieder unter dem Deckmantel des demokratischen Wettbewerbs alte Rechnungen beglichen, ethnische Spannungen aufrecht erhalten, nationale Ressourcen an die eigenen Spezies veruntreut und das Volk in seiner Not gelassen werden soll.
Nach der Entkolonisierung war die Elfenbeinküste für lange Zeit ein relativ glückliches Land in Afrika, aber seit etwa zehn Jahren, nach einem Putsch 1999 und einem Putschversuch 2002 ist es in zwei Hälften gespalten und von galoppierender Verarmung geprägt. Die begann weitere zehn Jahre vorher, als der Weltmarktpreis für Kakao, dessen weltgrößter Produzent das land ist, ins Bodenlose sank, die Regierung in die Überschuldung lief, welche mit harten Sanierungsforderungen seitens des IWF beantwortet wurde, was alles die Armutsquote im Volk von vormals 10 über 30 auf 50% hochschnellen ließ. Die Chancen stehen gut, dass das Land 2011 Schuldenerlass bekommt, in die Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC) hat man es kürzlich geschafft. Wenn nicht…

Frieden und Wahlen
Original: Paix et élections

Von Théophile Kouamouo, Editorial im Le Nouveau Courrier vom 11. September 2010.

Théophile KouamouoNach acht Jahren Sezession und mehr als zehn Jahren chronischer politischer Instabilität erschöpft sehnen sich die Ivorer mit Recht nach den kommenden Präsidentschaftswahlen. Viele von ihnen hoffen, dass die Wahl einen definitiven Frieden bringen wird, da, wo die Kalaschnikows den Krieg, das Blut und den Tod einschleppten. Werden ihre Erwartungen enttäuscht werden?

Um das Unglück zu bannen, wäre es dennoch gut, sich über die genaue Natur der Beziehung zwischen Frieden und Wahlen in der Elfenbeinküste zu befragen. Mit anderen Worten: ist es die Abwesenheit von Wahlen, die zu Krieg geführt hat? Ganz klar nein. Die bewaffnete Krise begann am 19. September 2002, knapp zwei Jahre nach den Präsidentschaftswahlen Oktober 2000 und eine Wochen nach den ersten folgenden Regionalwahlen im Lande. Ursprung der Rebellion war der Wille, einen von manchen als mit illegitimen Resultat empfundenen Wahlprozess zu durchkreuzen.

Ihnen zufolge illegitim, weil der Wahlprozess, meinen sie, auf schlechten Grundlagen basiert habe. Als sie die Masken der « zinzins » (Verrückte) und der « bahéfoués » (Hexer), hinter denen sie sich versteckt hatten, abwarfen, prangerten die ivorischen Rebellen solcherart den “Ausschluss” an, dessen Opfer einige Kandidaten 2000 gewesen waren, und sie forderten, dass “jeder Ivorer” eine Wählerkarte bekomme – kurioserweise, nachdem sie den Identifizierungsprozess 2000 durch systematische Zerstörung aller Zivilregister sabotiert hatten, die sich auf ihrem Weg befunden hatten.

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Zussamengefasst hatte der Wahlprotest die Elfenbeinküste in die bewaffnete Krise geführt. Müssen wir jetzt nach dem Motto “gleiche Ursachen – gleiche Wirkung” Sorge haben, dass sich die Geschichte auf tragische Weise wiederholt? In dem Sinne, dass ein Führer der RHDP (Rassemblement des Houphouëtistes pour la Democratie et la Paix, composé de Henry Konan Bédié, Alassane Ouattara et Albert Toikeusse Mabri) die Anhänger im Falle der Proklamation eines Wahlsieges von Gbagbo zu Straßendemonstrationen aufruft, und in dem Sinne, dass die Würdenträger des Präsidentenlagers diese gegnerische Liste als “mit Betrügern gespickt” diffamieren, sollten die Gläubigen jedenfalls die Leidenschaft ihrer diesbezüglichen Gebete verdoppeln.

Unbestreitbar ist, dass Kriege in einem Land vermieden werden, wenn diejenigen, die die Mittel dazu haben, auf diese Initiative verzichten. Das Volk wird durch das Verantwortungsbewusstsein und die Weisheit der politischen Eliten beschützt. Ihre Konzeption der politischen Aktivität entscheidet alles. Was wir bedauerlicherweise während der vergangenen acht Jahre beobachten durften, das war ein Wettbewerb im “Rennen um die Ressourcen”, gleich ob direkt finanzielle oder “verflüssigbare”, sowohl in Regierungskreisen wie auch bei den Aufständischen. Die tragischste der typischen Geschichten bleibt jene des ivorischen Kakaos, von dem ein Teil der Umsätze in der Regierungszone veruntreut wurde, während die gesamte Produktion in der Rebellenzone auf einer “neuen Schmuggelstraße” über Benin und den Togo exportiert wurde. Die Früchte der Raubrittereien beider Parteien wurde preziös in europäischen Banken deponiert…

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Wenn die Politik als ein Mittel der schnellen Bereicherung angesehen wird, wenn Wahlniederlage großen Einkommensverlust bedeutet, warum nicht einen Teil von dem, was man hat, in eine “Zukunftsgarantie” investieren, inklusive des Rückgriffs auf Waffengewalzt zwecks Eroberung von Gebieten oder “saftigen” Ministerposten?
Darüberhinaus binden die verschiedenen Formen des “klanischen/ Stammes- Teilens” verschiedener Portionen des nationalen Einkommens die nationalen und regionalen Führer eng an ihre Basen, die im Allgemeinen auf der Grundlage von Gemeinschaften entstehen. Also geht es um “schlafende Armeen, die jederzeit mobilisiert werden können.

So bleibt die Elfenbeinküste so fragil wie sie war, als der Dämon des Krieges sie aufsuchte. Der Ausgang ihrer Genesung hängt ganz zentral von ihren Politikern ab. Von deren Fähigkeit, das politische Spiel laufen zu lassen, aber auch von deren Willen, einen soliden Konsens zu entwickeln inklusive: Teilung der Macht auf verschiedenen Ebenen; “Ent-ethnisierung” (détribalisation ? tribus= der Stamm) einer ivorischen Gesellschaft, die zu viel gelitten hat und die von einer neuen Ära träumt. Der der “warmherzigen Eintracht”.

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Ivorer und stolz, es zu sein!

Elfenbeinküste: Land sucht nationale Identität (1)
Original: Côte d’Ivoire : pays cherche identité nationale (1)

Von Karl Gougouly, Editorial im Le Nouveau Courrier des 01/09/10

In der Reflexion über Mittel und Wege, der afrikanischen – insbesondere der ivorischen – Entwicklung Impulse zu geben stellt man schnell die Notwendigkeit fest, Faktoren in sie zu integrieren, die nicht rein ökonomischer Natur sind. Ein hauptsächlicher dieser Faktoren ist sicherlich das Nationalgefühl oder das nationale Bewusstsein.

In der Tat: wie sollen Individuen ein gemeinsames Werk voranbringen, wenn sie sich dieser Werkgemeinschaft nicht bewusst sind? Dies bildet, meiner bescheidenen Meinung nach, eines der Hauptprobleme der Entwicklung der Elfenbeinküste; es ermöglicht das Verständnis einer Vielzahl der Disfunktionen, die im Laufe der Zeit “normale Situationen” werden.

Banner BriefWenn wir so viel Mühe haben, trotz des enormen Reichtums unsere Erde und unseres Bodens fortzuschreiten, wenn wir trotz der wachsenden Zahl nationaler Spezialisten in allen Bereichen der menschlichen Aktivität immer noch zu den Schlusslichtern im Konzert der Nationen gehören, dann liegt es, denke ich, großteils daran, dass das nationale Bewusstsein sehr wenig entwickelt ist oder manchmal überhaupt nicht vorhanden.

Unter nationalem Bewusstsein verstehe ich das Gefühl eines Individuums, einer Nation, einem souveränen Staat anzugehören. Im Prinzip ist es das Gefühl, welches es den Mitgliedern einer nationalen Gemeinschaft ermöglicht, ihre Verhaltensweisen dem Ziel des gesellschaftlichen Fortschritts anzupassen. Es stützt sich auf eine Gesamtheit “gemeinsamer Punkte” zwischen Personen, die ihre Zugehörigkeit zu einer selben Nation anerkennen, weil dieses Gefühl nicht ein einziges Volk (im kulturellen Sinne) betrifft.

Jedoch zeigen einige Dinge in der Elfenbeinküste, dass dieses Nationalgefühl fehlt oder schwach ist. Man kann es an der Beziehung der Ivorer zu den kollektiven Gütern erkennen. Es gibt einen volkstümlichen Ausdruck, der das gut resümiert: oft hört man wegen schädlichen Umgangs mit öffentlichem Besitz kritisierte Leute sagen “Das gehört dem Staat” oder “Der Staat zahlt, wo ist denn Dein Problem?”

Ein weiteres Zeichen ist das gängige Verhalten gegenüber den Nationalsymbolen. An dieser Stelle will ich über die Nationalmannschaft und über die Nationalität als solche sprechen.

Die Nationalmannschaft betreffend bemerkte ich, dass die Unterstützung vor allem auf Liebe zum Fußball gründet, dergestalt, dass beim Auftauchen kleinster Probleme alle möglichen Verhaltensweisen beobachtet werden können. Bei der Verletzung Didier Drogbas im Freundschaftsspiel gegen Japan beispielsweise freuten sich manche Ivorer sogar darüber, nur weil er nicht aus ihrer Region war. Dazu kommen die internen Mannschaftsprobleme, die breitestes Echo in der Presse finden, und die lediglich eine Spiegelung des den meisten Ivorern gemeinsamen Unbehagens sind: ganz einfach der Mangel an Liebe zum Land.

Die Nationalität, zumindest die Beziehung der Ivorer zu der ivorischen Nationalität, betreffend zeigen uns die kürzlichen Entwicklungen der politischen Aktualität, dass sie für die meisten Ivorer fast nichts bedeutet; umso mehr, als dass die Frage Ivorer oder Nichtivorer ein simpler Einsatz geworden ist in dem politischen Spiel, in welchem die einen und die anderen den Wahlausgang zu kontrollieren versuchen. Es ist jammerschade, dass die Frage des Ivorerseins oder nicht nicht mehr Gewicht hat als die, ob man einen Präsidenten aus seiner Region oder seiner Partei hat!

Genau betrachtet kann sogar der Erfindungsgeist, mit dem sich die Korruption unter unserem Himmel ausbreitet, zumindest teilweise durch die quasi Inexistenz des Nationalgefühls der Ivorer erklärt werden. Auf der Ebene der öffentlichen Verwaltungen und sogar mancher privater Institutionen sehen wir das Rennen um persönliche Bereicherung, dessen Pulsgeber ist, was ich einen jeder nationalen Wertschätzung beraubten “kollektiven Individualismus” nenne.

Tatsächlich existiert die ivorische Nation nur auf dem Papier; in der Wirklichkeit haben die Ivorer selber ein sehr begrenztes Bewusstsein davon.

Wie kann erklärt werden, dass unstaatsbürgerliche Verhaltensweisen sich zur Regel erheben? Warum scheinen die Ivorer unfähig, sich die Elfenbeinküste als oberstes gemeinsames Gut vorzustellen, dessen Integrität nicht verhandelbar ist? So Gott will, werden diese Fragen Gegenstand des zweiten Teils.
Bis demnächst, auf, dass Afrika vorankomme!

Demokratie

Elfenbeinküste: Land sucht nationale Identität (2)
Original: Côte d’Ivoire : pays cherche identité nationale (2)

von Karl Gougouly, Editorial im Le Nouveau Courrier vom 08/09/10

Auch wenn ich mich nicht besonders qualifiziert fühle, um das Thema voll auszuschöpfen (was auch nicht Sinn der Sache ist), teile ich freudigst mit Ihnen die Voraussetzungen der Gedanken, die ich mir zu der Frage gemacht habe. Diese Reflexionen führen mich momentan zu zwei wesentlichen Ursachen der Mangelhaftigkeit des nationalen Bewusstseins in der Elfenbeinküste.

Die erste nenne ich die Last der Vergangenheit, der vor-kolonialen Geschichte. Der Rückblick auf die Epoche der afrikanischen Geschichte ermöglicht die Einsucht, dass die Völker Westafrikas vor der Ankunft der europäischen Zivilisation schon eine gut strukturierte Organisation hatten, welche für ein gewisses Gleichgewicht sorgte. Unter anderen Säulen beruhte dieses Gleichgewicht auf mehr oder weniger homogener ethnischer Gruppierungen. Das Ausmaß des für die sich aufbauenden afrikanischen Nationen charakteristischen Gruppendenkens muss man, so denke ich, in diesem Erbe suchen, welches die Kolonisierung nach ihren willkürlichen Grenzziehungen nicht in angemessen in eine Demokratisierung integrierte.

Die Nichtbeachtung der kulturellen Kontinuitäten bei der Definition der neuen afrikanischen Länder ist nicht unbedingt schlecht in sich, sie hätte aber begleitet sein müssen von einer notwendigen, adäquaten Entwicklung der Mentalitäten. Stattdessen setzte der Kolonisator auf Mittel und Wege der Implantierung seiner Vorherrschaft, und dafür waren die inter-ethnischen Machtspiele eine willkommene Waffe. Dies gesagt, liegt mir der Gedanke fern, den Schuh allein den Kolonialmächten anzuziehen, welche, das muss anerkannt werden, einzig im Interesse ihrer Bevölkerungen handelten.

Das schafft mir den Übergang zur zweiten Ursache, die die Mangelhaftigkeit oder den Mangel an nationalem Bewusstsein in der Elfenbeinküste erklären kann. Dabei geht es um nicht mehr, nicht weniger als die Mangelhaftigkeit oder den Mangels überhaupt eines ehrlichen Willens, solch ein nationales Bewusstsein zu entwickeln. Es gab Versuche in der Angelegenheit, man kann nicht sagen, dass gar nichts begonnen worden war! Doch muss festgestellt werden, dass die Mentalitäten sich fünfzig Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit sich kaum weiterentwickelt haben. Also hat man es entweder schlecht unternommen, oder man hat nicht genug getan.

Zahlreich waren die Versuche des Aufbaus eines nationalen Bewusstseins, vor allem unter der Administration des Houphouet-Boigny. Ich erinnere mich insbesondere an Ernennungen zu öffentlichen Ämtern, die jeweils Gelegenheit waren, die nationale Eintracht zu betonen, da Beamte unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit ernannt wurden. Ich erinnere mich ebenfalls daran, dass in allen öffentlichen Schulen der Fahnenappell zum Ritual des morgendlichen Unterrichtsbeginns gehörte.

Von der Revolte in Guébié 1963 von Kragbé Gnagbé bis hin zum Putschversuch des 19 September 2002, letzterer zum Vorteil der Völker des Nordens, die sich “hereingelegt” fühlten bei der Verteilung der nationalen Ressourcen, muss man jedoch einsehen, dass die Beziehung der Ivorer zur Nation keine wirkliche Entwicklung gekannt hat.

Für mich ist es mehr als dringend, dieses Problem in Angriff zu nehmen, wenn man möchte, dass alle Töchter und Söhne des Landes freiwillig und wirksam zu seinem Fortschritt beitragen. Denn keine Entwicklungspolitik wird ohne den Beitritt aller Betroffenen prosperieren können.

In diesem Sinne schlage ich vor, die Erziehung, die ja ein machtvolles Mittel zur Veränderung der Mentalitäten ist, resolut auf die Entwicklung eines nationalen Bewusstseins zu orientieren, dabei aber wachsam zu bleiben, damit keine Nester für Extremismen jeglicher Art zu schaffen.

Zweitens müsste ein wirklicher Dialog zwischen den Gemeinschaften gegründet werden, der aufzeigen soll, dass das Ziel der nationalen Entwicklung keinesfalls ein Nullsummenspiel ist; das heisst, den Gemeinschaften muss verständlich gemacht werden, dass Kooperation für gegenseitiges Gewinnen stattfindet.

Schließlich wäre wünschenwert, die « Macht der ethnischen Eliten zu zerschlagen », die meines Erachtens nicht genug an der Verankerung der demokratischen Kultur auf der Ebene der Bevölkerungen, vor allem der am wenigsten gebildeten, arbeiten. In der Tat werden viele zwischen-gemeinschaftliche Missverständnisse aufrecht erhalten durch die Politheuchelei ihrer Eliten auf der Suche nach Wahlmandaten. Diese Ethnomacht könnte unterlaufen werden durch Sensibilisierungskampagnen in der Bevölkerung, die ihr Organisation und Funktionieren der Demokratie sowie die Verantwortlichkeiten der verschiedenen gewählten Autoritäten erklären sollen.

Ausgeschöpft habe ich das Thema nicht, aber ich hoffe, Pisten für das Nachdenken aufgezeichnet zu haben.
Auf, dass Afrika voranschreite!

Milleniumsziel ArmutMilleniumsziel Armut abschaffen ist machbar!

“Unternehmt”, sagen sie
Original: “Entreprenez”, disent-ils

Von Théophile Kouamouo, Editorial des Le Nouveau courrier N°077 vom 13. September 2010.

Seit mindestens zehn Jahren rufen die ivorischen Politiker aller Farben die Jugend – und die Frauen – zum Unternehmertum auf. Im Grunde haben sie recht. Ihrerseits wäre es demagogisch, nicht zuzugeben und nicht verständlich zu machen, dass der Versorgungsstaat endgültig tot ist, und dass natürlich der private Sektor aufgefordert ist, den größten Teil des Mehrwertes zu produzieren.
Dies gesagt, hat man oft den Eindruck, dass ihre Appelle eine gewisse Art von Ohnmacht maskieren und ihren Adressaten Komplexe verpassen könnten – Adressaten, die dann wieder von manchen als unfähig angesehen werden, aufgrund von Faulheit oder Dummheit Geschäftschancen nicht zu ergreifen.

Jedoch gibt es ein nicht von der Hand zu weisendes Faktum: niemand kann bei Abwesenheit eines wohlwollenden Kontextes unternehmen. Um die noch unreife ökonomische Initiative der einfachen Menschen zu fördern, erscheint mir eine konkrete und praktische Reflexion angemessener guter Bedingungen angebracht. Um es deutlicher zu sagen, ist diese nämlich quasi inexistent. Und doch gibt es viele Dinge zu sagen über die unzähligen Aspekte eines allgemeinen Umfeldes, das verändert werden muss, will die Elfenbeinküste kein “Land der Lohnarbeiter” mehr sein.

Der allgemein Rahmen muss gesunden

Warum sollte ein junger Student die Ambition entwickeln, selbstständig zu werden und nicht für ein Vermögen, sondern für einen zerbrechlichen kleinen Besitz (die meisten Unternehmer sind nicht reich) jahrelang in harter Arbeit Stein auf Stein setzen – während um ihn herum die wohlhabendsten Leute, die Vermögen “auf den Kopf hauen”, Beamte sind, die sich ohne Anstrengungen auf dem Rücken des Staates bereichern? Eines Tages sollte eine unabhängige Untersuchung die Schikanierungen aufdecken, denen ehrlichste kleine Unternehmer seitens Steuerkontrolleuren ausgesetzt sind, die den Wert “Arbeit” absolut nicht respektieren und nur versuchen, sie auszurauben. Diese Beamten sind es, die dem informellen Sektor seine Existenzgründe liefern. Einem informellen Sektor, der selber den Auswirkungen einer großen Heuchelei unterliegt: wer dort tätig ist, zahlt auch kommunale Steuern (auch wenn er auf anarchischste Weise auf öffentlichen Plätzen handelt), wird aber dann, je nach Lage der Aktualitäten (internationaler Gipfel, neue Resolutionen etc.) mit Gewalt verjagt, sogar beraubt.

Warum unternehmen, wenn Dich ab dem kleinsten Streit mit einem Partner, Kunden oder Lieferanten eine “Vorladung” Dich in die infamsten Räume des Abidjaner Kommissariats holt, wo leicht identifizierbare Netze Dir hunderttausende von Francs-CFA aus der Tasche ziehen, weil Du nicht im MACA (berüchtigtes Staatsgefängnis) landen willst? Und das, ob Du im Unrecht bist oder nicht? Wo sind die Handelsgerichte, die allein über eine gewisse Art von Streitigkeiten gelassen urteilen können?

Die absolut notwendige Ausbildung und Einrahmung

Sobald es sich um eine um das Ziel des schieren Überlebens hinausgehende Sache handelt, ist das Unternehmertum mühselig, schwierig und fordernd. Ist man dafür nicht ausgebildet, kann man nicht unternehmen. Viele politische Beobachter oder Akteure sehen oder beklagen sich über die Vorherrschaft westafrikanischer oder syro-libanesischer Ausländer in den Sektoren der kleinen und mittleren Unternehmen und des Kleinhandels in der Elfenbeinküste. Das ist eine schlechte Sicht auf die Dinge. Über allem, sind diese Leute – von ihren Eltern – ausgebildet worden, zu handeln, Mehrwert zu schaffen, der ihnen das Leben in diesem Sektor ermöglicht. Und das ist normal.

Wer nicht das Glück hatte, nach seiner Geburt in den Kessel des Business zu fallen, muss für seine Ausbildung für die Geschäftswelt auf den Staat zählen können. Der erste Sektor, in dem man die Ivorer zur Selbstständigkeit anstiften möchte, ist die Landwirtschaft. Wo aber sind die landwirtschaftlichen Diplome von der untersten bis zur höchsten Ebene (les BEP, les BAC, les BTS agricoles) ? Wo sind die Ausbildungskanäle in den ländlichen Gebieten?

Im Dienstleistungssektor zu unternehmen ist eine weniger leichte Sache als sie scheint. Wo sind die Unternehmensbrutstätten, die jene guten Ideen einrahmen, schützen und verwerten, aus denen erst lebenstaugliche Geschäftspläne und dann rentable Unternehmen erwachsen? Welche Gesprächspartner, welchen Status und welches Steuerrecht gibt es für die “Ganz kleinen Unternehmen” (Très Petites Entreprises (TPE)) ? Die Debatte ist eröffnet.

Die Frage der Möglichkeiten

Die beste Art der Ermutigung potenzieller junger Unternehmer ist, sie von der Existenz von Möglichkeiten zu überzeugen. Wenn der Staat beispielsweise eine Zentrale zum Ankauf von unter gewissen Qualitätsbedingungen lokal produziertem Reis (wie seinerzeit die CODERIZ, wo Unaufmerksamkeit ein gutes System zerstörte) gründen würde, würde der Markt sich bereinigen und attraktiv werden. Manche öffentlichen Gemeinde- oder Staatsmärkte könnten “jungen Unternehmern” reserviert werden. Allerdings bitte ohne dass diese Modalität sich wie so viele zu einem Jahrmarkt der Schiebereien entwickelt. Ein ganzes Programm!

Unsere schlechte: Konzeption der Arbeit!
Original: Notre mauvaise : conception du travail !

In Le Nouveau Courrier N°097, 06 Oktober 2010, von Karl Gougouly

Der Entwicklungsrückstand, in dem sich die afrikanischen Länder heutzutage gefallen zu scheinen, ist sicherlich mehreren Ursachen geschuldet.
Wie dem auch sein, wurde die Arbeit von Ökonomen an der Seite des Kapitals sehr früh sowohl theoretisch wie auch empirisch als wichtiger Faktor des Produktionsgrades einer Wirtschaft identifiziert. In der Theorie haben seit Solow (1956) alle neueren Wachstumsmodelle ihr einen Platz zugewiesen. Theoretiker wie Romer (1986) und Lucas (1988) haben den Begriff des Humankapitals eingeführt, um die Bedeutung der menschlichen Arbeit bei der Arbeitsproduktivität zu betonen.

Vom empirischen Gesichtspunkt her können mehrere Erfolgsstories in der Welt vorgezeigt werden, um die Bedeutung der Arbeit beim Schaffen des Reichtums einer Nation zu demonstrieren. Eines der am meisten zitierten Beispiele ist das der Länder Südost-Asiens, die sich in den meisten Fällen in den 1960er Jahren den gleichen Problemen der Unterentwicklung ausgesetzt sahen wie viele Länder des subsaharischen Afrikas. Einer der durchschlagendsten Fälle ist Südkorea: heute ist das südkoreanische Bruttoinlandsprodukt 40 mal höher als das der Elfenbeinküste. Auch wenn dieser glänzende Aufstieg dieses asiatischen Tigers mit mehreren Ursachen erklärt werden muss, so kann niemand die Arbeitspolitik der sich bis 1980 ablösenden Diktatoren in Zweifel ziehen, welche auf der Verbesserung der Qualität und der Quantität durch ein eng mit den Entwicklungsbedürfnissen verbundenes Erziehungssystem beruhte, sowie auf Anstiftung zum Unternehmertum.

In diesem Stadium der Reflexion ist die Frage gestattet, warum die Arbeitstugenden sich in der Elfenbeinküste nicht so günstig zeigen. Die bequemste Antwort auf diese interessante Frage ist der Verweis auf die Abwesenheit einer guten staatlichen Arbeitspolitik. Das ist auch wahr: in einem Land, wo es nicht einmal vertrauenswürdige Statistiken zur Arbeitslosigkeit gibt, kann niemand aufzeigen, dass es eine wirksame Arbeitspolitik geben könnte.

Allerdings ist diese Antwort nicht vollständig befriedigend. Den politischen Mängeln gesellt sich die Konzeption von der Arbeit hinzu, die die Ivorer selber haben. In der Tat ist die Antwort selten Ja, wenn man jemanden fragt, ob er arbeitet, wenn diese Person nicht eine bezahlte Anstellung im privaten Sektor oder als Beamter hat. Im Gegenteil betrachtet diese Person ihre Aktivität stets lediglich als ein sich Durchwursteln, bis dass denn eine “richtige Arbeit” gefunden sein würde. Diese schlechte Konzeption von der Arbeit setzt mehr als einen Menschen in anormale Situationen, in dem Sinne, dass sie, obwohl mit Potenzialen (Wissen und Geschick) gesegnet, immer darauf warten, dass sich irgendwo eine Tür öffnet.

Die Mehrheit unterliegt der fehlerhaften Einschätzung mancher Berufe als “kleiner Berufe” und vernachlässigt so deren Kapazität zur Wertschöpfung. Diese Vernachlässigung macht aus vielen potenziellen Wertschöpfern hartnäckige Arbeitslose, die auf Kosten ihrer Freunde oder Verwandten leben.

Ich denke, wir brauchen eine Revision unserer Definition der Arbeit, damit wir die jungen Leute zum unternehmen aller möglichen Aktivitäten ermutigen und sie bei der Weiterentwicklung dieser Aktivitätten unterstützen können. Unternehmensgründung ist bei uns nicht nur gefahrvoll, die jungen Unternehmer verfügen auch über keine angemessene Einrahmung, wenn sie ihr Geschäft vergrößern möchten.
Das sollte Hand in Hand gehen mit einer Anpassung des Erziehungswesens: es muss bewusst werden, dass die berufliche Ausbildung nicht nur den Unfähigen und aus den allgemeinen Schulen gefallenen reserviert ist, sondern eher jenen, die über spezifische und nützliche Fähigkeiten verfügen, welche zu entwickeln sind.

Eine solche Politik hat mindestens zwei Vorteile: Zunächst würde sie das Land auf eine Schiene selbst-unterhaltendem Wachstums setzen. Und vor allem würde sie, indem sie jedem ermöglicht sich selbst zu versorgen, eine machtvolle Antwort auf die endemische Arbeitslosigkeit darstellen.

Meiner Ansicht nach ist dies eine unumwindbare Strecke auf dem Entwicklungsweg der Elfenbeinküste und vieler afrikanischer Länder: Veränderung der Mentalitäten, damit alle Arbeit haben. Letztendlich ist Arbeit doch jede legale Aktivität, die ein Einkommen schafft, indem sie Auf Bedürfnisse reagiert.

Auf, dass Afrika voranschreite!

Neben den Beiträgen hier empfehle ich von “Deutsche Welle World”:

=> Die Elfenbeinküste steht vor der Wahl
Seit einem Militärputsch 2002 ist die Elfenbeinküste politisch geteilt. Den Norden kontrollieren Rebellen, im Süden hat die Regierungsarmee das Sagen. Nun sollen Ende Oktober Wahlen stattfinden. (19.10.2010)

=> Vom Kakaoboom zum Wirtschaftskollaps
Jahrzehntelang galt die Elfenbeinküste als Vorzeigeland. Doch Mitte der 90er Jahre begann sich die politische Lage zu verschlechtern und die Wirtschaft brach schließlich zusammen. Doch die Krise hat auch ihre Profiteure. (19.10.2010)

=> Düstere Zukunft für die Elfenbeinküste?
Ende Oktober sollen die Ivorer einen neuen Präsidenten wählen. Doch ob sich am Ende politisch etwas ändert ist fraglich. Trotzdem wird der anstehende Wahltermin mit Spannung erwartet. (20.10.2010)

+
=> DAS GROSSE DOSSIER VON TV5-MONDE (Google-Übersetzung)

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Remarque: Karl Gougouly doit garder son anonymat.

Paix et élections

Par Théophile Kouamouo, Editorial dans Le Nouveau Courrier du 11 septembre 2010.

Théophile KouamouoEpuisés après huit ans de sécession et plus de dix ans d’instabilité politique chronique, les Ivoiriens soupirent légitimement après le prochain scrutin présidentiel. Bon nombre d’entre eux espèrent que les urnes apporteront une paix définitive, là où les kalachs ont charrié la guerre, le sang et la mort. Leur attente sera-t-elle déçue ? Le pays tout entier prie pour que la réponse à cette question soit négative.

Pour conjurer le malheur, il serait tout de même bon de s’interroger sur la nature exacte de la relation entre la paix et les élections en Côte d’Ivoire. En d’autres termes, est-ce l’absence d’élections qui a entraîné la guerre ? Bien évidemment, non. La crise armée a commencé le 19 septembre 2002, moins de deux ans après la présidentielle du 22 octobre 2000, et quelques semaines après les premiers scrutins départementaux du pays. C’est la volonté de contrarier un processus électoral dont l’issue était considérée par certains comme illégitime qui a donné naissance à la rébellion. Une rébellion dont le projet initial était un coup d’Etat.

L’on peut considérer que la guerre est la conséquence d’un scrutin jugé illégitime par certains, parce que le processus qui y a conduit était fondé sur de mauvaises bases, selon eux. C’est ainsi que, quand ils ont jeté le masque de « zinzins » et « bahéfoués » derrière lequel ils se cachaient, les rebelles ivoiriens ont fustigé « l’exclusion » dont certains candidats ont été victimes en octobre 2000, puis exigé que « chaque Ivoirien » ait sa carte d’identité – après avoir, curieusement, compromis le processus d’identification en détruisant de manière systématique tous les registres d’état-civil se trouvant sur leur passage.

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En résumé, c’est la contestation électorale qui a conduit la Côte d’Ivoire à la crise armée. Les mêmes causes produisant les mêmes effets, faut-il s’inquiéter d’une tragique répétition de l’Histoire ? Les croyants doivent en tout cas redoubler de ferveur dans la prière, dans un contexte où un leader du RHDP appelle les militants de son bord à descendre dans les rues en cas de proclamation de Gbagbo comme vainqueur et où les dignitaires du camp présidentiel pestent contre une liste électorale qu’ils considèrent comme « truffée de fraudeurs ».

Il est incontestable que ce qui préserve un pays de la guerre, c’est le refus de ceux qui en ont les moyens d’en prendre l’initiative. C’est la sagesse et le sens des responsabilités de l’élite politique qui protègent le peuple. C’est sa conception de l’entreprenariat politique qui détermine tout. Ce qui nous a malheureusement été donné de voir durant les huit dernières années, c’est une compétition dans la « course aux ressources », qu’elles soient directement financières ou « monétisables », tant au sein du gouvernement qu’entre les belligérants. L’exemple le plus tragiquement évocateur restera dans l’Histoire le cacao ivoirien, dont une partie des recettes a été détournée dans la zone gouvernementale, tandis que la totalité de la production des zones sous contrôle de la rébellion était exportée à travers une « nouvelle route contrebandière » passant par le Burkina Faso et le Togo. Le fruit des rapines des deux bords étant pour partie précieusement conservé dans des banques européennes…

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Si la politique est vue comme un moyen d’enrichissement facile, et si perdre les élections signifie perdre une source de revenus confortables, pourquoi ne pas investir une partie de ce qu’on a pour « garantir l’avenir », y compris par un recours à la force armée aux fins de conquérir des territoires ou des postes ministériels « juteux » ? De plus, les diverses formes de « partage tribal/clanique » des différentes portions de la rente politique nationale lient étroitement des leaders (nationaux ou régionaux) à leurs bases, constituées en général sur le mode communautaire. Ce sont donc des « armées dormantes » qui peuvent être mobilisées à n’importe quel moment.

La Côte d’Ivoire demeure donc tout aussi fragile que le jour où le démon de la guerre l’a visitée. Sa sortie de convalescence dépend de manière centrale de ses hommes politiques. De leur capacité à laisser le jeu démocratique se faire, mais aussi de leur volonté de bâtir des consensus solides, y compris en ce qui concerne le partage du pouvoir aux différents niveaux, et la détribalisation – qui ne peut être que progressive – d’une société ivoirienne qui a trop souffert et qui rêve d’une nouvelle ère. Celle de « l’entente cordiale ».

Côte d’Ivoire : pays cherche identité nationale (1)

Karl Gougouly, Editorial paru dans Le Nouveau Courrier
du 01/09/10

Dans la réflexion sur les voies et moyens pour impulser le développement des pays africains, et en particulier de la Côte d’Ivoire, on s’aperçoit vite qu’il est nécessaire d’intégrer des facteurs qui ne sont pas purement économiques. Et un de ces principaux facteurs, c’est bien le sentiment national ou la conscience nationale.

En effet, comment des individus pourraient-ils faire avancer une œuvre commune s’ils n’ont pas conscience de cette communauté d’œuvre ? Et cela constitue, à mon humble avis, un des principaux problèmes du développement de la Côte d’Ivoire, par ce qu’il permet de comprendre une multitude de dysfonctionnements qui deviennent, au fil du temps, des « situations normales ».

Pour moi, si nous avons tant de mal à progresser, malgré les énormes richesses de notre sol et de notre sous-sol, si nous sommes encore à la traîne dans le concert des nations, malgré le nombre croissant de spécialistes nationaux de tous les domaines de l’activité humaine, c’est en grande partie parce que la conscience nationale est très peu développée ou parfois même n’existe pas.

Banner Jeunes AfricainsJ’entends par conscience nationale le sentiment, ressenti par une personne d’appartenir à une nation, à un Etat souverain. C’est, en principe, ce sentiment qui permet aux membres de la communauté nationale d’adapter leurs comportements aux objectifs de progrès social. À défaut de concerner un seul peuple (au sens culturel du terme), il prend appui sur un ensemble de « points communs », entre les personnes se reconnaissant d’une même nation. Ces points communs peuvent être utilisés pour caractériser l’identité nationale concernée.

Seulement, en Côte d’Ivoire, plusieurs signes montrent que ce sentiment national fait défaut ou qu’à tout le moins, il est très faible. On peut le voir dans la relation que les ivoiriens ont aux biens collectifs. Il y a une expression populaire qui résume bien ce que je dis. C’est souvent qu’on entend ceux qui se font reprendre parce qu’ils ont des attitudes néfastes à la propriété publique répondre : « ça appartient à l’Etat » ou encore, « c’est l’Etat qui paye, où est ton problème ? ».

Un autre signe est l’attitude adoptée vis-à-vis des symboles nationaux. Je veux, à ce niveau, citer les deux éléments que sont l’équipe nationale de football et la nationalité elle-même.

Concernant l’équipe nationale, j’ai remarqué qu’en fait de support, c’est surtout la passion du football qui est mise en avant, dans la mesure où au moindre problème, toutes sortes d’attitudes peuvent être notées. C’est ainsi que, lors de la blessure de Didier Drogba au cours du match amical contre le Japon, j’ai pu me rendre compte que certains ivoiriens s’en réjouissaient, simplement parce qu’il n’est pas de leur région. À cela, s’ajoute les problèmes internes à l’équipe nationale, dont la presse s’est largement fait l’écho, et qui ne sont que le reflet de ce malaise commun à la plupart des ivoiriens : le manque d’amour pour le pays, tout simplement.

S’agissant de la nationalité, ou du moins de la relation que les ivoiriens ont avec la nationalité ivoirienne, les développements récents de l’actualité politique nous montrent bien que pour beaucoup d’ivoiriens, cela ne signifie pas grand chose. Ce d’autant plus que être ou ne pas être ivoirien est devenu un simple enjeu politique dans lequel les uns et les autres cherchent à contrôler l’issue du scrutin. C’est vraiment dommage que le fait d’être ou de ne pas être ivoirien n’ait pas plus d’importance que d’avoir un président issu de sa région ou de son parti !

A bien y regarder, même l’acuité particulière avec laquelle se pose le problème de la corruption sous nos cieux, peut s’expliquer, en partie je le concède, par la quasi-inexistence du sentiment national des ivoiriens. Au niveau des administrations publiques et même de certaines institutions privées, c’est la course à l’enrichissement personnel impulsé par ce que j’appellerais un « individualisme collectif » dénué de toute considération nationale.

En fait, la nation ivoirienne n’a d’existence que sur le papier, la réalité étant que les ivoiriens eux-mêmes en ont une conscience bien limitée.

Comment peut-on expliquer une telle situation où les comportements d’incivisme semblent s’ériger en règles ? Pourquoi les ivoiriens semblent-ils incapables de se représenter la Côte d’Ivoire comme un bien commun suprême dont l’intégrité serait non-négociable ? En somme, qu’est-ce qui pourrait expliquer la quasi-inexistence du sentiment national ivoirien ? Ces questions feront l’objet, Dieu voulant, d’une prochaine réflexion. À la prochaine donc, pour que l’Afrique avance !

Côte d’Ivoire : pays cherche identité nationale (2)

Karl Gougouly, Editorial paru dans Le Nouveau Courrier
du 08/09/10

Même si je ne me sens pas particulièrement qualifié pour épuiser le sujet (de toutes façons, ce n’est pas le but du jeu), je me fais le plaisir de partager avec vous les prémisses des réflexions que j’ai entamées sur la question. Ces réflexions m’amènent pour le moment à retenir deux causes principales, sans prétendre être exhaustif, à l’insuffisance de la conscience nationale en Côte d’Ivoire.

La première, c’est celle que j’appelle le poids du passé, de l’époque pré-coloniale. Le retour à cette période de l’histoire de l’Afrique permet de se rendre compte qu’avant l’arrivée de la civilisation occidentale, les peuples de l’Afrique de l’Ouest avaient déjà une organisation bien structurée, qui entretenait un certain équilibre. Et cet équilibre reposait, entre autres piliers, sur des regroupement ethniques plus ou moins homogènes. À mon avis, l’on doit rechercher le degré élevé de communautarisme caractéristique des nations africaines en construction, en particulier la Côte d’Ivoire, dans cet héritage que la colonisation n’a pas su intégrer convenablement dans la conversion à la démocratie, après le tracé des frontières des colonies.

La non prise en compte des continuités culturelles dans la définition des nouveaux pays africains n’est pas une mauvaise chose en soi, sauf qu’elle aurait dû s’accompagner des mesures nécessaires pour faire évoluer les mentalités de façon adéquate. Au lieu de cela, le colon a beaucoup plus misé sur les voies et moyens d’asseoir sa suprématie, et dans cette optique, les jeux de pouvoirs inter-ethniques ont souvent été une arme de choix. Cela dit, loin de moi l’idée de faire porter le chapeau aux seules puissances colonisatrices qui, il faut le reconnaître, n’agissent que dans le strict intérêt de leurs populations.

Cela me permet de faire la transition vers la seconde principale cause que j’identifie pour expliquer l’insuffisance ou le manque de conscience nationale en Côte d’Ivoire. Il s’agit ni plus ni moins de l’insuffisance (ou du manque) d’une véritable volonté de construction de cette conscience nationale. Il y a bien eu des tentatives en la matière, ce n’est pas à dire qu’absolument rien ne fut entamé ! Mais force est de constater, cinquante années après l’indépendance du pays, que les mentalités n’ont pas beaucoup évolué. C’est dire que soit on ne s’y est pas bien pris, soit on n’en a pas assez fait.

Les tentatives de construction de la conscience nationale ont été multiples, notamment sous l’administration Houphouet-Boigny. Je me souviens particulièrement des nominations aux postes administratifs qui ont été l’occasion d’affirmer l’unité de la nation, en permettant aux fonctionnaires d’être affectés sans tenir compte de leur origine ethnique. Je me souviens également que, dans toutes les écoles publiques (du primaire et du secondaire), le salut au drapeau était le rituel d’ouverture de la journée de travail.

Toutefois, de la révolte du Guébié en 1963 conduite par Kragbé Gnagbé, à la tentative de coup d’Etat du 19 septembre 2002 au bénéfice des peuples du Nord qui se disent « lésés » dans la distribution des ressources nationales, il faut reconnaître que le rapport des ivoiriens à la nation n’a pas connu un véritable développement.

Pour moi, il est plus qu’urgent de s’attaquer à ce problème, si l’on veut que tous les fils et filles du pays contribuent volontairement et efficacement à son progrès. Car aucune politique de développement ne pourra prospérer sans l’adhésion de tous les concernés.

Pour ce faire, je suggère premièrement que l’éducation, qui constitue un puissant moyen de changement des mentalités, soit résolument orientée vers le développement du sentiment national ivoirien, en faisant toutefois attention de ne pas créer le lit de quelconques extrémismes.

Deuxièmement, il conviendrait d’instaurer un véritable dialogue des communautés, qui aurait pour but de démontrer que l’objectif de développement national n’est pas un jeu à somme nulle, c’est-à-dire faire comprendre aux communautés que la coopération est pour leurs bénéfices réciproques.

Enfin, il serait souhaitable de « briser l’emprise des élites communautaristes » qui, à mon sens, n’œuvrent pas assez pour l’encrage de la culture démocratique au niveau des populations, surtout les moins instruites. En effet, plusieurs des malentendus inter-communautés sont entretenus par la polithypocrisie de leurs élites à la recherche de mandats électoraux. Cette emprise pourrait être contrecarrée par des campagnes de sensibilisation et de formation à l’endroit des populations, à l’effet de leur faire comprendre l’organisation et le fonctionnement de la démocratie, ainsi que les responsabilités des différentes autorités désignées.

Sans prétendre épuiser le sujet, je pense avoir donné des pistes de réflexions, juste pour lancer le débat. Pour que l’Afrique avance !

“Entreprenez”, disent-ils

Par Théophile Kouamouo, Cet édito a été publié le Nouveau courrier N°077 du 13 Septembre 2010.

Depuis au moins une dizaine d’années, les hommes politiques ivoiriens de tous bords exhortent les jeunes – et les femmes – à l’entreprenariat. Dans le fond, ils ont raison. Il serait démagogique de leur part de ne pas admettre et faire comprendre à tous que l’Etat-providence est mort de sa belle mort, et qu’il est naturellement question pour le secteur privé de produire la plus grande partie de la valeur ajoutée. Cela dit, on a souvent l’impression que leurs exhortations masquent une certaine forme d’impuissance et peuvent avoir pour conséquence de complexer l’audience à laquelle ils s’adressent – qui peut être perçue par certains comme incapable de saisir des opportunités d’affaires, par paresse ou par stupidité.

Il est pourtant un fait impossible à éluder : nul ne peut entreprendre en l’absence d’un contexte favorable. Et il semble que la réflexion concrète et pratique sur les conditions favorables devant être mises en place pour favoriser l’initiative économique populaire n’est pas encore mûre. Pour parler plus clairement, elle est quasiment inexistante. Pourtant, il y a beaucoup de choses à dire sur les innombrables aspects de l’environnement global qu’il faut modifier pour que la Côte d’Ivoire cesse d’être une « nation de salariés ».

Il faut assainir le cadre global

Pourquoi un jeune étudiant ambitionnerait- il de se mettre à son compte et de travailler dur durant des années pour construire pierre après pierre, non pas une fortune (la majorité des entrepreneurs ne sont pas riches) mais un patrimoine fragile, à défendre constamment…alors qu’autour de lui, les personnes les plus aisées, celles qui « claquent » des fortunes, sont des fonctionnaires s’enrichissant sans effort ni risque sur le dos de l’Etat ? Il faudrait un jour qu’une enquête indépendante raconte le harcèlement dont sont l’objet les petits entrepreneurs les plus honnêtes de la part de contrôleurs des Impôts qui ne respectent absolument pas la valeur « travail », et qui cherchent à les piéger pour les racketter. Ce sont ces fonctionnaires qui fournissent au secteur informel ses raisons d’exister. Un secteur informel qui subit lui-même les effets d’une grande hypocrisie : ceux qui y exercent paient des impôts communaux (y compris quand ils occupent l’espace public de manière anarchique), puis sont violemment chassés, voire dépouillés, en fonction deb l’actualité (sommet international, nouvelles résolutions au sommet, etc.).

Pourquoi entreprendre quand, dès le moindre litige avec un associé, un client ou un fournisseur, une simple «convocation » vous envoie dans le plus infâme des «violons» des commissariats d’Abidjan, où des réseaux faciles à identifier vous extorquent des centaines de milliers de FCFA pour vous éviter la MACA, que vous ayez raison ou tort ? Où sont les tribunaux de commerce, seuls à même de juger sereinement un certain type de querelles ?

La formation et l’encadrement absolument nécessaires

Dès lors qu’il s’agit d’une affaire dont l’objectif va au-delà de la simple survie quotidienne sans perspective, l’entreprenariat est une chose ardue, difficile, exigeante. On ne peut pas entreprendre si on n’est pas formé pour. De nombreux observateurs ou acteurs politiques et sociaux constatent ou se plaignent de la mainmise des étrangers ouest africains ou syro-libanais dans le secteur des PME et du petit commerce en Côte d’Ivoire. C’est une mauvaise manière de voir les choses. Au-delà de tout, ce sont des gens qui ont été formés – par leurs parents – à marchander et à créer de la valeur ajoutée qui s’en sortent dans ce secteur. Et c’est normal.

Ceux qui n’ont pas eu la chance d’être tombés dans la marmite du business dès leur naissance doivent pouvoir compter sur l’Etat pour les préparer à entreprendre. Le premier secteur dans lequel les Ivoiriens sont appelés à le faire, c’est l’agriculture. Mais où sont les BEP, les BAC, les BTS agricoles ? Où sont les filières de formation spécialisées dans les zones rurales elles-mêmes ?

Entreprendre dans les services est une chose bien moins aisée que ce qu’elle paraît. Où sont les pépinières d’entreprises, qui encadrent, protègent et valorisent des bonnes idées, qui deviennent des plans d’affaires viables puis des entreprises rentables ? Quel interlocuteur, quel statut et quelle fiscalité pour les Très Petites Entreprises (TPE) ? Le débat est ouvert.

La question des opportunités

La meilleure manière d’encourager les jeunes entrepreneurs, c’est de les persuader de l’existence d’opportunités. Par exemple, si l’Etat crée une centrale qui rachète à certaines conditions de qualité le riz local pour le revendre aux grossistes (comme à l’époque de la SODERIZ, où l’incurie a tué un bon système), le marché se clarifie, et devient attractif. Certains marchés des collectivités, voire de l’Etat, pourraient être réservés aux « jeunes entrepreneurs ». Sans pour autant que cette modalité ne devienne, comme d’autres, une foire à la magouille. Tout un programme !

Notre mauvaise : conception du travail !

In Le Nouveau Courrier N°097du 06 Octobre 2010 par Karl Gougouly

Le retard de développement dans lequel semblent se complaire les pays africains aujourd’hui, est certainement dû à plusieurs causes. Toutefois, tant théoriquement qu’empiriquement, le travail a été très tôt identifié par les économistes, aux côtés du capital, comme un facteur important dans la détermination du produit qu’une économie peut atteindre. Théoriquement, tous les modèles récents de croissance, depuis Solow (1956) lui ont accordé une place. Des théoriciens comme Romer (1986) et Lucas (1988) ont introduit la notion de capital humain pour insister sur l’importance de la qualité de la main d’œuvre pour la productivité du travail.

D’un point de vue empirique, plusieurs réussites à travers le monde peuvent être exhibées pour démontrer l’importance du travail dans la détermination de la richesse des nations. Un des exemples les plus cités est celui des pays du Sud-Est asiatique qui, pour la plupart, se trouvaient confrontés aux mêmes problèmes de sous-développement que plusieurs pays d’Afrique Sub-Saharienne dans les années 60. Un des cas les plus frappants est celui de la Corée du Sud : aujourd’hui, le produit intérieur brut sud-coréen est plus de 40 fois celui de la Côte d’Ivoire. Et si l’ascension fulgurante de ce dragon d’Asie doit s’expliquer par plusieurs raisons, nul ne peut mettre en doute l’apport appréciable de la politique mise en œuvre par les dictateurs qui se sont succédé à sa tête jusqu’en 1980, et qui était axée sur l’amélioration de la quantité et de la qualité du travail, à travers notamment un système éducatif en adéquation avec les besoins de développement du pays, et une incitation à l’entreprenariat.

La question que l’on est en droit de se poser, à ce stade de la réflexion, est celle de savoir pourquoi les vertus du travail semblent ne pas se montrer aussi favorables dans le cas de la Côte d’Ivoire. Et à cette question intéressante, la réponse la plus confortable consiste à dire que c’est l’Etat qui n’a pas mis en œuvre une bonne politique de l’emploi. C’est vrai : dans un pays où on ne dispose même pas de statistiques fiables sur le chômage, personne ne peut démontrer qu’il peut exister une politique de l’emploi qui soit efficace.

Toutefois, cette réponse n’est pas totalement satisfaisante. En plus des insuffisances de l’Etat, il y a également la conception que les Ivoiriens eux-mêmes ont du travail. En effet, lorsque l’on demande à quelqu’un s’il travaille, sa réponse est rarement oui lorsque cette personne n’a pas un emploi rémunéré dans une entreprise du secteur privé moderne ou si elle n’est pas agent de l’Etat. Dans le cas contraire, elle considère systématiquement que son activité ne peut être que de la débrouillardise, en attendant d’accéder à un «vrai boulot». Cette mauvaise conception du travail met plus d’une personne dans une situation anormale, dans la mesure où, alors qu’elles ont des potentialités (savoir et savoir-faire), elles attendent toujours qu’une porte s’ouvre quelque part.

La majorité commet l’erreur de considérer certains emplois comme «de petits métiers», négligeant ainsi leur capacité de création de valeur. Et cette négligence fait de plusieurs potentiels créateurs de richesses, des chômeurs invétérés vivant à la solde de leurs amis et connaissances.

Mon point de vue est qu’il faut revoir la définition que l’on se fait du travail, afin d’inciter les jeunes à entreprendre dans toutes sortes d’activités, en les appuyant dans le développement de ces activités. Car non seulement la création d’entreprises sous nos cieux est un exercice périlleux, mais en plus, les jeunes entrepreneurs ne bénéficient pas toujours de l’encadrement idoine pour faire grandir leurs affaires. Cette action devrait aller de pair avec l’adaptation du système éducatif, sachant que la formation professionnelle n’est pas réservée aux incapables, aux rebuts de l’enseignement général, mais plutôt à ceux qui ont des potentialités spécifiques et utiles à développer.

Une telle politique comporte au moins deux avantages. Tout d’abord, elle permettra de mettre le pays sur le sentier d’une croissance auto-entretenue, mais en plus, elle constituera une puissante réponse au problème de pauvreté endémique, en permettant à chacun de se prendre en charge.

C’est, à mon sens, une voie incontournable sur le chemin du développement de la Côte d’Ivoire et de la plupart des pays africains : changer les mentalités pour mettre tout le monde au travail. Parce qu’en définitive, le travail, c’est toute activité légale qui, en répondant à un besoin, génère des revenus.

Pour que l’Afrique avance !

CONSULTEZ LE GRAND DOSSIER DE TV5-MONDE:

Présidentielle ivoirienne, le scrutin de tous les espoirs ?
Cinq ans, c’est le temps qu’il a fallu à la Côte d’Ivoire pour organiser une élection présidentielle depuis la fin officielle du mandat de Laurent Gbagbo en 2005. La tenue de ce scrutin est jugée cruciale par les spécialistes de la crise ivoirienne, cette élection est censée clore le conflit politico-militaire né du putsch manqué de 2002 contre l’actuel président (Laurent Gbagbo).
Plus de 5 millions d’électeurs sont appelés à choisir leur nouveau chef d’État dès le premier tour, dimanche 31 octobre 2010. La Côte d’Ivoire entre peut-être dans une nouvelle ère politique.

Sommaire dossier

** Présidentielle – images de campagne
Reportages à quelques jours du premier tour
** Deux décennies d’instabilité politique
Chronologie
** Quel président pour la Côte d’Ivoire ?
Portraits de candidats
** « La crise ne sera pas réglée avec l’élection présidentielle »
Entretien avec Patrick N’Gouan, coordinateur de la Convention de la société civile ivoirienne
** « Laurent Gbagbo est encore capable de diriger la Côte d’Ivoire »
Entretien avec Pascal Affi N’guessan du Front populaire Ivoirien
** « Ouattara n’a pas tourné la page de la controverse sur son ivoirité »
Entretien avec Anne Désirée Oulotto, porte-parole du Rassemblement des républicains
** La Côte d’Ivoire fête ses 50 ans
Bilan

Dossier réalisé par Christelle Magnout – Octobre 2010

DOSSIERS; AUDIOS; REPORTAGES DE “DEUTSCHE WELLE WORLD” (en francais)
Notre dossier sur la Côte d’Ivoire
Le 31 octobre prochain, les Ivoiriens sont appelés à élire un nouveau président. Le scrutin est sans cesse reporté depuis 2005. (08.10.2010)
Fin de campagne présidentielle (29.10.10)
Plus de 5 millions d’ ivoiriens sont appelés aux urnes ce dimanche pour choisir le futur président du pays. Un scrutin attendu depuis des années et qui devrait mettre un terme à une décennie de crise politico-militaire. (29.10.2010)
31.10.2010 Jour de vérité en Côte d’Ivoire
Cette fois, on y est : les Ivoiriens font la queue devant les bureaux de vote pour élire leur Président. Le scrutin est historique après 10 ans de crise politico-militaire.

Séquences audio et vidéo sur le sujet
Les réactions d’électeurs à la sortie des bureaux de vote
Le point sur cette journée électorale avec Julien Adayé, à Abidjan

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