Ellen Johnson-Sirleaf, Auszüge aus Reden, Teil II: Über Hunger, gute Regierungsführung, Ethik, Korruption und soziale Verantwortung der Unternehmen

Deutsche Übersetzungen aus einem guten Dutzend ihrer Reden aus dem Zeitraum von 2006 bis Mitte 2010, also nach ihrer Wahl zur Präsidentin Liberias, und vor den totalen Schuldenerlässen von IWF, Weltbank und Pariser Club 2010. => Liberia hier im Afrikainfoblog
Diese Texte, thematisch in vier Teile aufgegliedert, sind Bestandteil meines Artikels “Wir Afrikaner müssen den Preis für Demokratie selber bezahlen – afrikanische Texte zu 50 Jahren Unabhängigkeit”; sie sind aus Speicherplatzgründen hier separat veröffentlicht.
Die Auszüge sind so ausgewählt und zusammengesetzt, dass Sie sie fast wie ein einziges Manuskript von oben nach unten durchlesen können.
Zur Qualität der Übersetzungen: sie ist gut, vor allem 100%ig korrekt, aber etwas unter meinem optinalen Niveau. Wenn Sie die Quantität in diesem Vierteiler betrachten, werden Sie verstehen, dass ich, im Unterschied zu den anderen drei Texten im Hauptartikel, aus Zeitgründen diesmal oft automatische Google-Übersetzungen in korrektes Deutsch umgeschrieben habe, anstatt alles manuell in wahrscheinlich stilistisch etwas besseres Deutsch zu übersetzen.

Hinweise:
Ellen Johnson Sirleaf ist seit dem 16. Januar 2006 gewählte Präsidentin der Republik Liberia. Englischsprachigen Leserinnen und Lesern empfehle ich die reichhaltige Webseite “Liberia: Past and Present”.
Einen kleinen Artikel über diese “Powerfrau” finden Sie auch ganz unten in meinem Beitrag “schreibt den kongolesischen Frauen”.
Ellen wird 2011 wieder kandidieren, entgegen ihrer früheren Aussage dies nicht zu tun. Nach Lektüre ihrer Reden werden Sie mir zustimmen, dass das nichts mit Machtliebe zu tun hat, sondern ihre frühere Aussage voreilig getroffen war: schon in reicheren Ländern mit viel weniger Problemen brauchen Politiker, die zu Verbesserungen motiviert sind, mehr als eine Amtszeit.
Für mich ist sie eine der besten politischen Kräfte und Personen, die Afrika bislang vorgebracht hat, eher ein afrikanischer Jelzin als Gorbatschow, denn ihre Legitimation beruht bislang ausschließlich auf freier und demokratischer Wahl durch das Volk, auf eisenhartem Willen, den Übeln den Saft abzudrehen und letztendlich am Ende einer langen, sehr schwierigen Strecke für ihr Volk gearbeitet zu haben.
Mit meiner Aufnahme ihrer Texte in meinen Unabhängigkeitsartikel (obwohl Liberia schon sehr lange vor den anderen unabhängig war) und meiner Arbeit daran möchte ich also indirekt ihren nächsten Wahlkampf etwas unterstützen. Der Fairness und Korrektheit halber füge ich daher jetzt noch hinzu, dass sie auch kritisiert wird: in den 1980ern hatte sie während des ersten liberianischen Bürgerkriegs einen der späteren massenmörderischen Diktatoren zu dessen Oppositionszeit einmal finanziell unterstützt, dies aber schon kurz darauf öffentlich bedauert und erklärt, sie habe vorschnell trotz Zweifeln an der Person einem ersten guten Eindruck über die Pläne Charles Taylors nachgegeben. Antikapitalistische Kritiker verweisen auch auf ihre Mitarbeit bei Weltbank und IWF. In ihrem Buch “mein Leben für Nigeria” können Sie aber nachlesen, was sie dort für Funktionen innehatte, was sie getan hat und was sie der Leitung der Institutionen gegenüber für Positionen vertrat, energisch vertrat, was auch zu teilweisen Korrekturen derer Politiken beitrug.

TEIL II: hier
=> TEIL III: Über Landwirtschaft, Armut und Bildung
=> TEIL I: Über ihr Land und sie selber
=> TEIL IV: Über afrikanische Frauen und Politik für sie, über Frauen in Führungspositionen
Damit Sie sich die Auszüge nicht selber aus den Originaltexten herausklambüsern müssen, ist am Ende jedes Auszuges der link zur kompletten Rede, am Ende jedes Teil aber auch der englische Text nur der deutschen Übersetzungen.

aus: Rede “Führung, um den Hunger zu beenden”, bei Auszeichnung 2006 mit dem “Afrikapreis für Führungskraft gegen Hunger” vom Hunger Project, Chicago

Wie der Titel meiner Rede andeutet, möchte ich heute zu Ihnen über Führungsimperative für die Beendigung des Hungers in der Welt sprechen. Sie finden, vielleicht nicht überraschend, dass meine Kommentare zu diesem Thema durch die Besonderheiten meiner derzeitigen Beschäftigung, Liberia wieder seine rechtmäßige Position in der Weltgemeinschaft als ein stabiles und wohlhabendes Land zu bringen, gefärbt sind. Meine Ausführungen sind auch im Lichte der hervorragenden Leistung und des Mutes der Frauen auf den höchsten Ebenen meiner Regierung und in den ganzen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Gefügen vieler anderer Nationen geschrieben. Die Beendigung des Hungers und die Verbesserung der Lebensqualität von Frauen sind untrennbar miteinander verbunden und die Führungskraft, um Hunger zu beenden, stellt das Engagement für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen dar, die arm sind und eher Frauen.
Frauen stellen die Mehrheit der Armen in Afrika. In allen Erscheinungsformen von Armut stehen Frauen tendenziell schlechter als Männer, ohne Zugang zu Ressourcen wie Land, Kapital, Technologie und ausreichender vollwertiger Nahrung. Eine aktuelle Untersuchung der Ernährungssituation in meinem Land, Liberia, bestätigt dieses inakzeptable Phänomen. Es wird festgestellt, dass unter den sechs profilierten sozioökonomischen Einstufungen von lebensmittelunsicheren Gruppen von Frauen geleitete Haushalte größere Schwierigkeiten beim Zugang zu ausreichend Nahrung durch Kauf oder als Ergebnis der eigenen Produktion haben.

Den Hunger beenden ist vielleicht die dringendste und drückendste entwicklungspolitische Herausforderung unserer Zeit. Es ist eine gewaltige Aufgabe, nicht nur weil Hunger und Armut mit dem Elend der Frauen miteinander verflochten sind, sondern weil ausreichende Ressourcen in der Welt existieren, um den Hunger aus unserer Mitte heute zu verbannen, wenn wir nur den Willen zur Konzentration auf Entwicklungshilfe und auf entfesselte Technologien auf ein Thema leiten könnten, das keine Grenzen, keine politischen Tendenzen, und keine Farbe kennt. Es ist ein Problem mit solchen globalen Implikationen, dass die Halbierung des Hungers bis zum Jahr 2015 das erste Millenniums-Entwicklungsziel darstellt. Leider, während doch Möglichkeiten für das Ende des Hungers existieren, ist der Weg zur Erlangung globaler Ernährungssicherheit mit Schwierigkeiten übersät, vor allem für Entwicklungsländer wie Liberia.

Die Untersuchung zur Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit in meinem Land hat andere unangenehme und verstörende Dimensionen des Hungers aufgedeckt. Es zeigte sich, dass fast 40 Prozent unserer Kinder unter 5 Jahren verkümmert sind oder zu kurz für ihr Alter, 27 Prozent untergewichtig oder zu dünn für ihr Alter, und 7 Prozent sind ausgemergelt oder zu dünn für ihr Gewicht. Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Atemwegsinfektionen wurden auch als weit verbreitet festgestellt. Obwohl zuverlässige Daten über die Säuglings-und Kindersterblichkeit noch nicht verfügbar sind, werden sie wahrscheinlich ebenso herzzerreißend sein, wenn wir sie haben.

Wie Sie wissen, ist Liberia dabei, sich von dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg und grundlegenden Menschenrechtsverletzungen zu erholen. 80 Prozent meiner Landsleute leben unterhalb der Armutsgrenze, das heisst in einer schlimmen Situation von Hunger und Unterernährung, während die bedauerliche Sonderlage der Frauen und jungen Menschen in vielerlei Hinsicht nachvollziehbar ist. Krieg bewirkt Migrationen und Verletzlichkeit, die zusammen Armut, den Vorboten des Hungers und der Unterernährung, erzeugen. Aber die traurige Tatsache ist, dass während Hunger und Unterernährung in Liberia extrem sind, sind sie in unangenehm annähernder Weise ähnlich in vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt, von deren manche jüngste Geschichte nicht durch langwierige Bürgerkriege geprägt wurde.

Fortschritte bei der Linderung von Hunger und Unterernährung, die Attribute der Lebensmittel- und Ernährungsunsicherheit, das war beeindruckend in vielen Teilen der Welt in den 1960er Jahren, 1970er und 1980er Jahren. Allerdings deuten die jüngsten Daten aus der UN Food and Agriculture Organization FAO an, dass Fortschritte in Richtung Bekämpfung des Hungers in den letzten zehn Jahren langsamer wurden. Während der 1990er Jahre reduzierte sich in den Entwicklungsländern die Zahl der unterernährten Menschen nur um 9 Mio., lediglich 1 Prozent der Weltbevölkerung der unterernährten Menschen […]

Aber die Welt von 2006 ist eine sehr andere als die von 1965, als die Grüne Revolution die Weltbühne betrat. Kräfte wie Globalisierung, Liberalisierung, Privatisierung, Urbanisierung, HIV / AIDS, Bevölkerungswachstum, Bürgerkrieg, Terrorismus, Klimawandel und die Verschiebung des Besitzes an landwirtschaftlicher Technologie definieren heute viele der Probleme neu, mit denen Politiker im Allgemeinen und Ernährungs- und Agrarpolitik im Besonderen zu tun haben. Die Arten der gefragten politischen Lösungen sind auch sehr unterschiedlich. Ich würde argumentieren, dass es jetzt mehr als je zuvor ein dringendes Bedürfnis nach Klarheit in den strategischen Zielen, Prioritäten und Investitionen gibt.
Auszug aus: “LEADERSHIP TO END WORLD HUNGER”
Remarks by
Her Excellency Ellen Johnson Sirleaf
President of Liberia
On the Occasion of Receiving
2006 Africa Prize for Leadership Awarded by the Hunger Project
New York Hilton Hotel
October 21, 2006

aus: Rede beim African Development Forum 2004, in ihrer damaligen Eigenschaft als Vorsitzende der liberianischen Governance Reform Commission
Wir brauchen eine Konsolidierung des Fortschritts, die Stärkung der inländischen gesellschaftlichen Kräfte, die bereit sind, die neue Ordnung der Rechenschaftspflicht und Transparenz, der Rechtsstaatlichkeit und des Schutzes der Menschenrechte zu verteidigen.

Wir müssen Systeme identifizieren und adoptieren, die für eine regelmäßige und friedliche Machtübergabe sorgen. Wir brauchen mehr Teilhabe von Frauen an allen Aspekten des nationalen Bemühens, und wir müssen die Jugend mobilisieren und vorbereiten, mehr Verantwortung beim Bau unserer Gesellschaften zu übernehmen. Wir brauchen im Prozess des Nation-Building mehr Engagement der Regierung für die Entwicklung und für die Entfesselung der Kreativität der Bevölkerung und Industrie.

Wir brauchen eine internationale Partnerschaft, die bereit ist, herablassende Gewohnheiten abzustellen und gleichzeitig tiefere und sinnvollere Unterstützung für Demokratisierung und Eigentum zu geben.

Dies ist, was NEPAD darstellt, und ist alles, was die afrikanische Renaissance bedeutet.
Sieben Jahren sind vergangen, seit der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki die Notwendigkeit und das Kommen der “afrikanischen Renaissance” vorschlug. Es ist drei Jahre her, seit unsere afrikanischen Führer die Neue Partnerschaft für Afrikas’s Entwicklung (NEPAD, New Partnership for Africa’s Development)lancierten.

Die Renaissance beinhaltet eine Wiedergeburt, eine Erneuerung, ein neues Engagement, neue Werte für Afrika. ….

Die Lehren aus der Erfahrung empfehlen deutlich, dass gute Regierungsführung, durch einen leistungsfähigen Staat praktiziert, eine Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist.

Die Definition von Governance kann dabei eng sein und beschränkt auf die Ausübung der politischen Macht, um die Angelegenheiten einer Nation zu verwalten. In diesem Zusammenhang liegt der Fokus auf der staatlichen Souveränität und jenen Maßnahmen, die einem Staat ermöglichen, die Angelegenheiten des Nation-Building effizient und effektiv zu verwalten.

Eine weiter gefasste Definition von Governance umfasst zwei unterschiedliche, aber klar verwandte Dimensionen: eine politische, in Bezug auf den Grad der staatlichen Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl der Menschen, die andere in Bezug auf technische Fragen im Zusammenhang mit der Effizienz im öffentlichen Verwaltung.

Der weiteste und angemessenere Begriff von Governance geht aber über den Begriff der Verwaltung des Staates und das Wohlergehen der Menschen hinaus, obwohl er beide natürlich noch beinhaltet. Er verkörpert die Prozesse der Entschlossenheit der Führung; Legitimität, Transparenz und Rechenschaftspflicht, sowohl politische wie finanzielle; Beteiligung, den Schutz der Menschenrechte; Verlässlichkeit und Berechenbarkeit; Aufbau von Kapazitäten und Institutionen.

Die Interaktion zwischen den öffentlichen und privaten Sektoren bei der Festlegung, wie Macht ausgeübt wird, ist auch ein wichtiges Merkmal des Regierens. Dies sind auch die Voraussetzungen für einen Wechsel zu einem fähigen Staat, der in der Lage ist, die Millenniums-Entwicklungsziele der Armutsbekämpfung, Bildungszugang, Gleichstellung der Geschlechter usw. zu erreichen.

Leadership, Führung

Ein wesentlicher Faktor der Gangart der afrikanischen Emanzipation war die Qualität der politischen Führung – derjenigen, die Vision und Hoffnung für die Menschen boten, derjenigen, die den Respekt vom Rang der Bevölkerung befohlen, derjenigen, die die Energien der Menschen auf klar definierte Ziele motivierten und kanalisierten, derjenigen, die als ehrlich und verantwortlich wahrgenommen werden, als Wahl des Volkes.

Diese Qualitäten der afrikanischen Führer nach der Unabhängigkeit gingen konform mit dem Konzept der Führung, welche der Fähigkeit entspricht zu motivieren, zu führen mit dem Zweck der Erreichung definierter Ziele und der Förderung der Bewegung und Veränderung in der Gesellschaft. Diese Eigenschaften sind Teil einer Führungspersönlichkeit, von Werten und Normen geprägt, denen der Führer im Laufe der Zeit ausgesetzt ist.

Afrika’s traditionelles Erbe hat eine Rolle gespielt in unseren Führungseigenschaften. Die traditionelle Gesellschaft mit dem Autoritarismus des Häuptlingstums (chieftancy), das zentralisierte Verwaltungssystem des Kolonialismus, den Ersatz der populistischen Führer der Befreiung durch Militärregime, alle haben zu dem beigetragen, was heute als Mangel an Führung in Afrika gilt.
[….]

Legitimität

Die Legitimität der afrikanischen Regierungen ist weiterhin ein Problem in der Entwicklung des modernen Staates. Zu einem großen Teil geht dies auf betrügerische Wahlen zurück und auf die Tendenz der Staats- und Regierungschefs, der guten Praxis der Begrenzung ihrer Amtszeit zu widerstehen. In vielen Fällen wird Amtszeit verlängert, um renditesüchtige Praktiken seitens der Regierungsvertreter und Vetternwirtschaft, die bestimmte Gruppen begünstigt, fortzusetzen.

Die Frage der Legitimität geht über Wahlbetrug und Amtszeit hinaus. In Frage gestellt sind die Rolle und Gestalt des traditionellen Herrschers und langjährige übliche Strukturen und kulturelle Normen in der Gesellschaft. Führung, die die chieftancy Struktur erbt und vererbt, kann die Legitimität der Begünstigten in den Augen der jeweiligen kulturellen Gruppe bieten, aber sie läuft gegen den durch den Staat festgelegten Grundsatz der Wahl.

Die traditionelle Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung kann vom Volk als legitim angesehen werden, aber als illegal von der Regierung. Das Nebeneinander von Monogamie und Polygamie in einem System, wo solche Dualität erlaubt ist, kann zu Spannungen in der Ausübung von modernen und traditionellen Normen führen.

Es bedarf einer starken Führung, um diese Trennungen auf der Grundlage der Legitimität durch den Willen des Volkes abzubauen, bei gleichzeitigem Schutz der Rechte derjenigen, die Opfer werden können.

Transparenz und Rechenschaftspflicht

Transparenz und Rechenschaftspflicht sind wichtige Elemente in der Praxis der guten Regierungsführung. Es gibt mehrere Dimensionen dieser Grundsätze und mehrere Gründen für das Scheitern von Regierungen und anderen Akteuren in der Gesellschaft, offen zu sein und rechenschaftspflichtig.

Transparenz setzt voraus, dass die Öffentlichkeit Zugang zu Wissen und Information in Bezug auf die Entscheidungsprozesse in der Verwaltung der Staatsangelegenheiten hat. Rechenschaftspflicht erfordert Beteiligung und Reaktion hinsichtlich der Öffentlichkeit, die die Wirkung von politischen Entscheidungen beobachtet.

Es gibt immer mehr öffentliche Nachfrage für die Einhaltung dieser Grundsätze. Die Nachfrage ist für die Förderung der Demokratie und Entwicklung, für einen Haushaltsplanungsprozess, der offen und Gegenstand einer öffentlichen Kontrolle ist, für Maßnahmen, die ein fähiges und ordnungsgemäßes Funktionieren des öffentlichen Dienstes mit einer angemessenen Höhe der Vergütung sicherstellen, für die Gestaltung eines ethischen Codes für den öffentlichen Dienst sowie für Maßnahmen gegen Verletzung durch korrupte Praktiken, für ein Wirtschaftsprüfungs-System, das fähig ist und unabhängig.

Die Nachfrage reicht über die Exekutive der Regierung hinaus, sie erreicht die Legislative und Judikative.

Es wird erwartet, dass die vorgeschlagenen Gesetze dem öffentlichen Dialog und Diskussion vor Erlass unterliegen und dass die Volksvertreter die Leute regelmäßig konsultieren und die Ansichten der Bevölkerung einholen. Von einem zum Angebot von Rechtsmitteln und zum Schutz der Öffentlichkeit und berechtigter geschäftliche Interessen konzipierten Rechtssystem wird erwartet, dass Entscheidungen und Urteile offen gemacht werden, im Einklang mit der Verfassung und Gesetzen.

Partizipation

Die Teilnahme ist im Prinzip der Demokratie eingebettet, in dem Menschen eine Stimme und ein Mitspracherecht bei Entscheidungen haben, die ihr Leben betreffen. Die freie Auswahl der Verbände oder der Religion oder der wirtschaftlichen Tätigkeit ist von grundlegender Bedeutung dieses Prinzips. Die repräsentative Demokratie ermöglicht den Menschen sich zu beteiligen, über die frei von ihnen Gewählten und Beauftragten Angelegenheiten in ihrem Namen entscheiden oder verwalten zu lassen.

Subsidiarität und Dezentralisierung ist ein weiteres Prinzip der Partizipation, für die es eine wachsende Nachfrage gibt.

Dies ist notwendig, um die zentralisierten Systeme des Regierens nach der Unabhängigkeit zu verändern. Ein System der Dezentralisierung mit einer größeren Zahl von Personen in der Entscheidungsfindung und die Bereitstellung öffentlicher Dienste gehen Hand in Hand mit einer Dezentralisierung der Macht und Autorität vom Zentrum zur Peripherie.
[….]

Menschenrechte

Die Achtung und Förderung der Menschenrechte als eines der Prinzipien der guten Regierungsführung kann einfach als die Förderung der menschlichen Würde durch die Ausübung von grundlegenden menschlichen Freiheiten definiert werden. Mit anderen Worten, erfordert die Achtung der Menschenrechte Respekt für die Heiligkeit des Lebens, die Achtung des Rechts, frei zu sprechen mit Verantwortung, die Achtung des Rechts auf freie Wahl der Religion und seiner Freunde; Respekt der und Vertrauen in die Versicherung, dass die Rechtsstaatlichkeit eine Person vor der Verletzung ihrer Rechte schützt, insbesondere durch den Staat.

Der Menschenrechttebericht 1999 fasst diese Konzepte in einem einzigen allunfassenden Motto zusammen: “Das Zeichen aller Zivilisationen ist der Respekt, den sie der menschlichen Würde und Freiheit entgegenbringen.”

Verlässlichkeit und Berechenbarkeit

Ein weiteres Schlüsselelement der guten Regierungsführung ist der Grad der Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit in der Verwaltung der Staatsangelegenheiten. Dies sind wichtige Elemente bei den Bemühungen für ein förderliches Umfeld, das privates Kapital und Investitionen anzieht.

Während es in der Vergangenheit für eine Gesellschaft möglich war, Zuverlässigkeit herzustellen, indem sie sich auf den traditionellen Brauch stützte, ist es in modernen Gesellschaften im Angesicht der leistungsstarken neuen Technologien, der Umgestaltung und Globalisierung der Welt, notwendig, Strategien und Maßnahmen, die Reaktion auf veränderte Bedingungen sind, zu haben. Zuverlässigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang Stabilität plus Anpassungsfähigkeit an geänderte Umstände.

Kohärenz der Politiken und Praktiken fördert das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und schafft die Grundlage für Berechenbarkeit. Diese beiden Prinzipien sind verstärkende, viel wichtiger Akteure des Privatsektors als Steuerbefreiungen, Investitionsanreize und Subventionen.

Aufbau von Kapazitäten und Institutionen

Entwicklung von Kapazitäten und Institutionen im öffentlichen und im privaten Sektor sind für die Nachhaltigkeit im Entwicklungsaufwand erforderlich. Die Reaktion auf diesen Bedarf im Rahmen eines fähigen Staat führt allgemein in eine Umstrukturierung des öffentlichen Dienstes in eine Bewegung in Richtung der Schaffung oder Verstärkung einer Leistungsgesellschaft.

Mutige Aktion seitens der Regierung in dieser Hinsicht würde eine Neudefinition der Rolle des Staates erfordern, so dass nur diejenigen Funktionen erforderlich sind, die die territoriale Integrität und Sicherheit des Staates schützen sowie jene, die die sozialen und wirtschaftlichen Dienste für die Öffentlichkeit garantieren, die sonst fehlen würden.

Der Aufbau und die Stärkung der staatlichen Institutionen für die Verwaltung des Entwicklungsprozesses ist ein notwendiger Bestandteil der Governance-Reformagenda. Der Prozess des Aufbaus von Institutionen braucht Zeit – er erfordert Vielfalt in der Repräsentation, auf allen Ebenen der Regierung. Er stellt eine langfristige Investition dar, die nur in einem friedlichen, stabilen und berechenbaren Umfeld nachhaltig erreicht werden kann. Die erforderlichen Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen – den Aufbau staatlicher Kapazitäten, die mit Effizienz und Wirksamkeit funktionieren – beinhalten eine friedliche Umgebung frei von Konflikten, ein tief verwurzeltes und langfristiges Bildungssystem, Fähigkeiten zum Aufbau durch technische Ausbildung, und eine angemessene Entschädigung im öffentlichen Dienst. Kohärenz in der Politik nährt Kreativität und Industrie. Ein leistungsfähiger Staat baut nicht nur Kapazität durch diese Maßnahmen auf, sondern behält seine Kapazität auch durch die Praxis der guten Regierungsführung.

Partnerschaft

Ein System von guter Regierungsführung und ein fähiger Staat erfordern auch eine Partnerschaft zwischen den drei relevanten Säulen der Gesellschaft – der staatlichen Bürokratie, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft.

Der private Sektor umfasst sowohl den formalen – Hersteller, Industrie, Finanzinstitutionen usw., und den informellen – selbstverkaufende Handwerker, Kleinhändler. Ein lebhafter privater Sektor ist ein wesentliches und die meiste Zeit das fehlende Glied in Afrika’s Entwicklung. Ein System von Good Governance stellt die Führung, die dem privaten Sektor den Zugang und die Ressourcen, personelle und finanzielle, Wissen, Arbeit und Märkte sicherstellt.

Die Zivilgesellschaft stellt das dritte Element der Partnerschaft. Ein starkes ziviles Engagement, das einen Fuß in der Gesellschaft und Wissen über ihre Rolle und Rechte hat, kann wichtige Kontrollen und Ausbalanzierungen in der Gesellschaft erbringen. Es kann die Ursachen der Korruption und die verdeckten Interessen aufdecken, welche die Prozesse der Veränderung aberkennen und untergraben. Dies ist in einer demokratischen, der guten Regierungsführung verpflichteten Gesellschaft notwendig.

Fazit: ein leistungsfähiger Staat
Auszug aus: Speech By Ellen Johnson Sirleaf
Chairperson of the Governance Reform Commission, Liberia
Addis Ababa, 11 October 2004

aus: Rede auf einem Ethikforum für liberianische Regierungsmitglieder, Juni 2010
Die Wahrnehmung auf der Straße ist, dass es die Minister des Kabinetts sind, die korrupt sind. Dies mag für einige von Ihnen gelten. Aber die Korruption, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem Way of Life wurde, ist gleichermaßen in den Ministerien und den Agenturen und Behörden zu finden. Es ist Ihre Verantwortung, als Minister des Kabinetts, mit Feuer und rechtlichen Schritten gegen diejenigen unter Ihren Mitarbeitern vorzugehen, die korrupten Praktiken nachgehen, egal ob sie Beamte oder Beauftragte sind.
Erst gestern konnten wir mit Hilfe eines Ministers eine erfolgreiche Operation durchführen, von der wir hoffen, dass sie einen zentralen Verantwortlichen des Ministeriums für Finanzen ins Gefängnis führen wird. Wenn wir mehrere solche Strafmaßnahmen ergreifen, wird die Praxis stoppen. Ich rufe Sie alle in diesem Raum auf, Ihren Teil zu diesem äußerst ernsten Problem zu tun. Feuern Sie ganze Abteilungen, wenn nötig, ziehen Sie eine ganze Einheit vor Gericht, wenn nötig. Erinnern Sie sich an den berüchtigten Satz “entfernen oder entfernt werden”?

Die Einberufung dieses Interaktiven Forums über ethische Führung ist daher sehr zeitgemäß und nützlich, weil wir, als Volk, mit der Herausforderung kämpfen, wie die Verbindung zwischen exzellenter Führung und ethischer Führung zu machen ist. […]

Ich hoffe auch, dass eine weitere Phase dieses interaktiven Forums bald organisiert werden wird, gezielt auf Direktoren und andere mittlere Führungskräfte im öffentlichen Dienst.
Es ist wichtig, diese Gruppe von mittlerem Personal der Regierung anzuvisieren, denn während es stimmt, dass die meisten der veröffentlichten Berichte über ethische Übertretungen über höhere Kräfte in der Regierung waren, ist es ebenso wahr, dass Beamte auf den unteren Ebenen der Regierung viele Male Mitverschwörer in Akten der Korruption waren, die kumulativ schädlicher für das öffentliche Interesse sind als die Aufsehen erregenden Fälle, über die in den Zeitungen und im Radio berichtet wird.

Als Führer der höheren Ränge der Regierung, ist es unerlässlich, dass Sie rasche und entschiedene Maßnahmen gegen Ihre Untergebenen, die ethischen Verfehlungen begehen, beginnen. Aber um dies mit gutem Gewissen zu tun, müssen Sie bereit sein, Ihr eigenes professionelles Verhalten unter öffentliche Kontrolle zu stellen.

Auf die Frage nach ihrem beruflichen Verhalten gehen einige Beamte in die Defensive, manchmal mit wenig überzeugenden Entschuldigungen oder schlecht ausgedrückten Gründen für was sie für eine gute berufliche und
Entscheidung halten. Es ist verständlich, dass Beamte, die fälschlicherweise verleumdet werden, mit Recht frustriert sind, da sie versuchen zu versöhnen und den Konflikt zu lösen, den sie fühlen, wenn ihre berufliche Zuverlässigkeit in Frage gestellt wird durch Watchdog-Agenturen, insbesondere wenn diese Beamten das Gefühl haben, dass Wachhund-Agenturen nicht der Aufrechterhaltung der gleichen Grundsätze der Fairness verpflichtet sind, die der Standard für alle professionellen Verhalten sein sollte.

Ethik ist ein heikles Wort. Ich bin sicher, dass Dr. Rick Barlay einen angemessenen Umgang mit den verschiedenen Grauzonen bei der Bewertung ethischen Verhaltens haben wird. Aber ich teile die Überzeugung, dass gute ethische Führung ein Handwerk und eine Fertigkeit sind, vergleichbar mit anderem beruflichen Können, mit anderen Worten ist es möglich, ethische Führung zu lehren.

Ethische Führung ist individuelle Verantwortung.
Ethische Führung ist exzellente Führung.
Ethische Führung ist der kritische Beitrag, den exzellente Führung für die Gesellschaft und für die rechtzeitige und wirksame Bereitstellung von Service für unsere Bürger macht.
Ethische Führung ist Charakter und Integrität und Integrität ist das, was Sie tun, wenn niemand zusieht.
Ethische Führung betrifft gleichermaßen was wir nicht tun, wie was wir tun. Einige beziehen sich auf diese Dichotomie wie Unterlassungssünden
versus Sünden.

Dieses interaktive Forum wird keine Lösung für alle unsere ethischen Herausforderungen und Dilemmata bringen, aber es ist der Beginn einer Unterhaltung, die hoffentlich unsere Top-Führungskräfte im öffentlichen Dienst dazu bringt, zweimal zu überlegen, wenn Entscheidungen, die fragwürdig erscheinen, zu treffen sind. Die meiste Zeit, wenn eine Person ein Bauchgefühl hat, dass etwas falsch ist, ist es in der Regel falsch! Die Natur der menschlichen Werte und das moralische Gewissen bei der Wahl zwischen “richtig” und “falsch” sind Begriffe, die für alle gesellschaftlichen Gruppierungen, einschließlich der Regierung, gelten. Was eine solche Entscheidungsfindung kritisch macht für die von uns, die im öffentlichen Leben wirken, ist, dass wir Hüter des öffentlichen Vertrauens sind.

Wenn wir genau die Öffentlichkeit verraten, denen wir zu dienen einen Eid schworen, verraten wir uns selbst, und durch unser Handeln oder Unterlassen verdünnen wir die Hoffnung und den Optimismus unseres Volkes oder zerstören sie. Jeder von uns heute hier hat die Pflicht, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu wahren, indem er immer die Konsequenzen und ethischen Dimensionen unserer Entscheidungen als Führer in der öffentlichen Verwaltung abwägt.
Auszug aus: Welcome Remarks
By
Her Excellency Mrs. Ellen Johnson Sirleaf
President of the Republic of Liberia
At the
Ethical Leadership Interactive Forum for Members of the Cabinet
And Other Senior Government of Liberia Officials
Tuesday, June 8, 2010
RLJ Kendeja Resort, Paynesville

aus: Rede beim “Trilateralen Dialog über Unternehmensverantwortung China-Afrika-USA”, Februar 2010
Soziale Verantwortung der Unternehmen, Corporate Social Responsibility (CSR), mag eine lange Zeit gebraucht haben, bis sie auf unsere nationale Tagesordnung gekommen ist, aber sie ist jetzt hier um zu bleiben […].

Corporate Social Responsibility hat überall auf unserem Kontinent an Dynamik gewonnen. Wenn Kapitalgesellschaften ihre Türen öffnen, ist ihr Hauptziel, Gewinn zu machen, für sich und ihre Aktionäre. Das ist gut undin Ordnung! Aber wenn sie Gewinne erzielen, lokale Ressourcen und Arbeitskräfte nutzen, müssen die Unternehmen auch direkt einen Teil dieses Gewinns, der Quelle ihres Reichtums, in die Entwicklung der Gemeinschaften stecken, in denen sie operieren.

Dies bedeutet die Unterstützung von Programmen und Diensten für die Gemeinschaft in kritischen Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Basisinfrastruktur und Kapazitätsaufbau. Es in ihrem besten Interesse, es zu tun, nicht nur um in Harmonie mit der Gemeinschaft zu leben, aber um in der Lage zu sein, sich auf die ausgebildeten und gesunden Arbeitskräfte, die ihr Engagement geschaffen hätte, verlassen zu können. Dies ist eine Verpflichtung, keine Liebe, weil eine gesunde Beziehung zwischen Gemeinde und Unternehmen in jedermanns Interesse ist.

Auf der anderen Seite, wenn wir Unternehmen transparent und bereit zu bestimmten Verpflichtungen und Erwartungen in unserer Entwicklungs-Agenda haben wollen, müssen wir als Regierung gleichermaßen verantwortlich, transparent und rechenschaftspflichtig sein. Wir müssen so weit wie möglich die Heiligkeit der Verträge respektieren und ein Rechtssytem anbieten, das antwortet, wenn in Anspruch genommen.
[….]
Der Weg zur Entwicklung eines solchen Systems führt durch laufende Gespräche auf breiter Basis zwischen Regierung, Unternehmen, Zivilgesellschaft und einzelnen Bürgern.
Als eine Möglichkeit, das Gespräch zu beginnen und in gewissem Maß Führung zu diesem Thema zu bieten, würde Ich ein paar Werte empfehlen, die, denke ich, unseren Diskurs steuern sollten:

* CSR muss als ein Mittel zur Wahrung der Rechte der Arbeitnehmer und der Einhaltung der Bedingungen der Tarifverhandlungen dienen;
* Auf einem Kontinent, wo die Normen des Engagements zugunsten der Gemeinschaft minimal sind, ist es meine Hoffnung, dass CSR verwendet wird, um Gemeinde-Unternehmen- Beziehungen zu flechten und Möglichkeiten für die Unterstützung der Benachteiligten und Ohnmächtigen zu schaffen;
* CSR muss als ein Vehikel dienen, so dass Betriebe, die zuvor nicht in einer nachhaltigen Art und Weise operierten oder unter gebührender Berücksichtigung der Umwelt, ermutigt werden, Wege zu einem hohen ökologischen Standard zu entwickeln;
* Während Zwangsarbeit und Kinderarbeit keine signifikanten Herausforderungen in einigen Teilen des Kontinents gewesen sind, glaube ich, dass CSR eine der Plattformen für die Eindämmung dieser gesellschaftlichen Übel sein sollte;
* CSR sollte dazu beitragen, Engagement und Kollektivverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu fördern und Diskriminierung in Beschäftigung und bei der Arbeit zu unterbinden, so dass soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit herrschen kann.

Es ist offensichtlich, dass das Unternehmen, das den besten Ruf hat, dasjenige ist, das Verantwortung gegenüber seinen Arbeitnehmern zeigt, gegenüber den Bürgern der Gemeinden, in denen es Gewinne macht, und gegenüber der Gesellschaft insgesamt.
[…]
Gute Regierungsführung, die diesen Kontinent so lange verlassen hatte, schlägt endlich Wurzeln. Daher ist es wichtig, dass soziale Verantwortung der Unternehmen, die nur sporadisch angewandt wurde, eine dauerhafte Realität in Afrika wird.
Auszug aus: Remarks
by
H.E. Ellen Johnson Sirleaf, President of Liberia
At Africa-China-U.S. Trilateral Dialogue
On Establishing Best Practices for Corporate Responsibility in Africa
Wednesday, February 24, 2010

Weiter => Teil III: Über Landwirtschaft, Armut und Bildung

Originaltexte der übersetzten Auszüge:

As the title of my speech suggests, I want to speak to you today about leadership imperatives for ending hunger in the world. You will find, perhaps not surprisingly, that my comments on this subject are colored by the peculiarities of my current preoccupation with helping Liberia regain its rightful position in the world community as a stable and prosperous country. My remarks are also being made in light of the outstanding performance and courage of women at the highest levels of my government and throughout the social, political and economic fabric of many other nations. Ending hunger and improving the quality of life of women are inextricably linked, and leadership to end world hunger represents commitment to improving the quality of life of people who are poor and are more likely to be women.

Women constitute the majority of the poor in Africa. In all manifestations of poverty, women tend to fare worse than men, lacking access to resources such as land, capital, technology, and adequate nutritious food. A recent survey of the food and nutrition security situation in my country, Liberia, confirms this unacceptable phenomenon. It is found that among the six socio-economic classifications of food insecure groups that were profiled, households headed by women experienced more difficulty in accessing sufficient food through purchases or as a result of their own production.

Ending hunger is perhaps the most pressing and urgent development challenge of our time. It is a daunting task not only because hunger and poverty are intertwined with the plight of women, but because adequate resources exist in the world to banish hunger from our midst today, if only we could marshal the will to focus development assistance and unleash technologies on an issue that knows no boundaries, no political leanings, and no color. It is an issue with such global implications that halving hunger by 2015 is the first Millennium Development Goal. Unfortunately, while opportunities exist to end hunger, the road to achieving global food security is littered with difficulties, particularly for developing countries such as Liberia.

The food and nutrition security survey in my country uncovered another unpleasant and disturbing dimension of hunger. It revealed that almost 40 percent of our children under the age 5 are stunted or too short for their age, 27 percent are underweight or too thin for their age, and 7 percent are wasted or too thin for their weight. Diseases such as malaria, diarrhea and respiratory infections were also found to be widespread. Although reliable data on infant and child mortality are still unavailable, they are likely to be equally heartbreaking when we do have them.

As you know, Liberia is recovering from decades of civil strife and fundamental abuses of human rights. With 80 percent of my fellow citizens living below the poverty line, such a dire hunger and malnutrition situation, while deplorable particularly for women and young people is understandable in many ways. War causes displacement and vulnerability, which together breed poverty, the harbinger of hunger and malnutrition. But the sad fact is that while hunger and malnutrition in Liberia are extreme, they are uncomfortably close in severity to the situation in many other countries around the world, some of whose recent histories have not been marked by protracted civil strife.

Progress in alleviating hunger and malnutrition, attributes of food and nutrition insecurity, was impressive in many parts of the world during the 1960s, 1970, and 1980s. However, recent data from the UN Food and Agriculture Organization indicate that progress toward reducing hunger has been slow in the past decade. During the 1990s, developing countries reduced the number of undernourished people by only 9 million, representing a mere 1 percent of the global population of undernourished people….

But the world of 2006 is a very different one from that of 1965 when the Green Revolution entered the world stage Forces such as globalization, market liberalization, privatization, urbanization, HIV/AIDS, population growth, civil war, terrorism, climate change and the shifting proprietary nature of agricultural technology are redefining many of the problems facing political leaders in general and food and agricultural policy makers in particular. The kinds of policy solutions required are also very different. I would argue that now there is, more than ever before, a pressing need for clarity in strategic objectives, priorities, and investments.
http://www.emansion.gov.lr/doc/hunger_award_speech.pdf

We need a consolidation of progress; the empowerment of domestic social forces which are prepared to defend the new order of accountability and transparency, the rule of law and protection of human rights.

We need to identify and adopt systems that ensure the regular and peaceful transfer of power. We need more participation of women in all aspects of national endeavor and we need to engage and prepare the young to take more responsibility in the building of our societies. We need more government commitment to development and to the unleashing of peoples creativity and industry in the process of nation-building.

We need an international partnership willing to stop the habit of patronizing while providing deeper and more meaningful support for democratization and ownership.

This is what NEPAD requires and this is what the African Renaissance is all about.
It has been seven years since South African President Thabo Mbeki suggested the need and the coming of an African renaissance. It has been three years since our African leaders launched the New Partnership for Africa?s Development (NEPAD).

The renaissance implies a rebirth, a renewal, a new commitment, new values for Africa. ….

The lessons of experience suggest clearly that good governance practiced by a capable state is a pre-requisite for the achievement of those goals.

The definition of governance can be narrow, restricted to the exercise of political power to manage a nation?s affairs. In this context, the focus is on state sovereignty and those measures that enable a state to manage the affairs of nation-building efficiently and effectively.

A broader definition of governance covers two distinct but clearly related dimensions: one political, relating to the degree of state commitment to the welfare of the people; the other technical relating to issues of efficiency in public management.

In its broadest and more appropriate concept, governance includes but goes beyond the concept of management of the state and the welfare of the people. It embodies the processes of leadership determination; legitimacy; transparency and accountability, both policy and financial; participation, the protection of human rights; dependability and predictability; capacity and institution-building.

Interaction between the public and private sectors in determining how power is exercised is also an important characteristic of governance. These are also the pre-requisites for moving toward a capable state, able to achieve the Millennium Development Goals of poverty reduction, education access, gender equality, etc.

Leadership

A major factor in the pace of Africa?s emancipation was the quality of political leadership ? those who provided vision and hope to the people; those who commanded the respect of the rank and file of the population; those who motivated and channeled the energies of the people toward clearly defined goals; those perceived as honest and accountable, the choice of the people.

These qualities of post-independence African leaders conform to the concept of leadership which denotes the ability to motivate, to lead, to guide with the purpose of achieving defined objectives and promoting movement and change in the society. These qualities form part of a leader?s personality, shaped by values and norms to which the leader is exposed over time.

Africa?s traditional legacy has played a part in our leadership characteristics. The traditional society with the authoritarianism of the chieftancy, the centralized administrative systems of colonialism, the replacement of populist liberation leaders by military regimes have all contributed to what is considered the scarcity of good leadership in Africa today.
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Legitimacy

The legitimacy of African governments continues to be an issue in the evolution of the modern state. To a large extent this stems from fraudulent electoral processes and the tendency of leaders to resist the good practice of limiting their term in office. In many instances tenure is delayed to perpetuate rent-seeking practices on the part of government officials and to continue nepotism which favors particular groups.

The issue of legitimacy goes beyond electoral fraud and office tenure. It brings into question the role and stature of traditional rulers and long standing customary structures and cultural norms in the society. Leadership inheritance in the chieftancy structure may provide legitimacy to the beneficiaries in the eyes of the cultural group but run contrary to the principle of choice as established by the state.

The traditional practice of female genital mutilation may be seen as legitimate by the people, but illegal by the government. The co-existence of monogamy and polygamy in a system where such duality is allowed may result in tensions in the exercise of both modern and traditional norms.

It will require bold leadership to address these disjunctures on the basis of legitimacy established by the will of the people while protecting the rights of those who may be victimized.

Transparency and Accountability

Transparency and accountability are key elements in the practice of good governance. There are several dimensions to these tenets and several reasons for the failure of governments and other actors in the society to be open and accountable.

Transparency requires that the public has access to knowledge and information regarding the decision-making process in the management of the affairs of state. Accountability requires participation and responsiveness to the public regarding the effect of policy decisions.

There is increasing public demand for adherence to these principles. The demand is for policies that foster democracy and development; for a budgetary planning process which is open and subject to public scrutiny; for measures that ensure a capable and proper functioning civil service with an adequate level of remuneration; for the design of a code of ethics for public service and measures to address violation by means of corrupt practices, an auditing system that is capable and independent.

The demand reaches beyond the executive branch of the government to the legislative and judicial branches as well.

It is expected that proposed laws will be subject to public dialogue and debate before enactment and that those representing the people will regularly consult and seek the peoples views. A judicial system established to provide legal recourse and protection to the public and to legitimate business interests is expected to render decisions and judgment openly, in conformity with the constitution and laws.

Participation

Participation is embedded in the principle of democracy in which people have a voice and a say in the decisions that affect their lives. The exercise of choice in association, or religion or economic activity is fundamental to this principle. Representative democracy enables people to participate through those freely elected by them and entrusted to decide or administer affairs in their name.

Subsidiarity or decentralization is another principle of participation for which there is growing demand.

This is necessary to change the post-independence centralized systems of governance. A system of decentralization involving a larger number of persons in the decision-making process and the provision of public service goes hand in hand with a devolution of power and authority from the center to the periphery.
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Human Rights

The respect for and promotion of human rights as one of the principles of good governance can be defined simply as the promotion of human dignity through the exercise of basic human freedoms. In other words, respect for human rights requires respect for the sanctity of life; respect for the right to speak freely with responsibility; respect for the right to choose one?s religion and one?s friends; respect and confidence in the assurance that the rule of law protects an individual from the violation of their rights, particularly by the state.

The 1999 Human Development Report addresses these concepts in a single all-embodying theme: ?The mark of all civilizations is the respect they accord to human dignity and freedom.?

Dependability and Predictability

Another key element of good governance is the level of dependability and predictability in the management of the affairs of state. These are important elements in the effort to promote an enabling environment that attracts private capital and investment.

While it was possible in the past for a society to achieve dependability by relying upon traditional custom in modern societies, subjected to powerful new technologies that are reshaping and globalizing the world, it is necessary to have policies and measures that are responsive to changing conditions. Dependability in this context implies stability plus responsiveness to changing circumstances.

Consistency in policies and practices promotes confidence in dependability and provides the basis for predictability. These two reinforcing principles are far more important to private sector actors than tax holidays, investment incentives or subsidies.

Capacity and Institution Building

Capacity and institution development in both public and private sectors are required for sustainability in development effort. The response to this need within the context of a capable state generally involves a restructuring of the civil service in a move toward the establishment or strengthening of a meritocracy.

Bold action on the part of government in this regard would require a redefinition of the role of the state, allowing to itself only those functions necessary to protect the territorial integrity and security of the state and those that provide the social and economic services to the public that would be lacking otherwise.

The establishment and strengthening of government institutions responsible for managing the development process is a necessary part of the governance reform agenda. The process of institution-building takes time ? it requires diversity in representation at all levels of government. It represents a long-term investment, which is achieved and sustained only in a peaceful, stable and predictable environment. The measures required to achieve this goal – to build a state capacity that functions with efficiency and effectiveness include a peaceful environment free of conflict, a deep-rooted and long-term educational system, skills-building through technical training and a properly compensated civil service. Consistency in policies nurtures creativity and industry. A capable state not only builds capacity through these measures but also retains capacity through the practice of good governance.

Partnership

A system of good governance and a capable state also requires a partnership among the three relevant pillars of the society — government bureaucracy, the private sector, and civil society.

The private sector includes both the formal – manufacturers, industries, financial institutions etc. and the informal – artisans marketeers, petty traders. A buoyant private sector is an essential and most times the missing link in Africa?s development. A system of good governance provides the leadership that ensures that the private sector has access and resources, human and financial; knowledge, labor and markets.

Civil society represents the third element of the partnership. A strong civil service, which has a stake in society and knowledge of their role and rights, can provide important checks and balances in the society. It can address the root causes of corruption and address the vested interests that prohibit and undermine the processes of change. This is essential in a democratic society committed to good governance.

Conclusion: a capable state
http://www.uneca.org/adfiv/documents/speeches_and_presentations/101104_Ellen_Johnson_Sirleaf.htm

The perception on the street is that it?s the Cabinet Ministers that are
corrupt. This may be true of some of you. But corruption which became a
way of life over the past two decades is to be found in ministries and
agencies alike. It is your responsibility, as Cabinet Ministers, to fire and
take legal action against those among your staff who engage in corrupt
practices, whether they are civil servants or appointees.
Just yesterday with the help of one Minister we were able to undertake a
successful sting operation that we hope will lead to a key officer of the
Ministry of Finance going to jail. When we take several such punitive
measures, the practice will stop. I call upon all of you in this room to do
your part to address this most serious problem. Fire entire departments, if
necessary; drag a whole unit to court if necessary. Do you recall that
infamous phrase ?move or be removed??
The convening of this Interactive Forum on Ethical Leadership is therefore
very timely and useful as we, as a people, grapple with the challenges of
how to make the connection between excellent leadership and ethical
leadership…….

I also hope that another phase of this Interactive Forum will be organized
soon, targeted at directors and other middle managers in the public service.
It?s important to target this group of middle personnel in government
because while it?s true that most of the publicized reports of ethical
transgression have been about higher-ups in government, it is equally true
that civil servants at the lower level of government are many times coconspirators
in acts of corruption that cumulatively are more damaging to
the public interest than the high-profile cases we read about in the papers
and hear about on the airwaves.
As leaders at the higher echelon of Government, it?s imperative that you
start taking swift and decisive action against your subordinates who commit
ethical transgressions. But in order to do this with a good conscience, you
must be prepared to hold your own professional conduct up to public
scrutiny.
When challenged about their professional behavior, some public officials
become defensive, sometimes offering unconvincing excuses or poorly
expressed reasons for what they believe is good professional conduct and
decision. It is understandable that public officials who are falsely maligned
can justifiably become frustrated as they try to reconcile and resolve the
conflict they feel when their professional conduct is called into question by
watchdog agencies, particularly if such officials feel that watchdog agencies
are not upholding the same principles of fairness that should set the
standard for all professional conduct.

Ethics is a tricky word. I am sure that Dr. Rick Barlay will deal adequately
with the various gray areas one is confronted with when evaluating ethical
behavior. But I share the belief that good ethical leadership is a craft and a
skill comparable to any other professional skill; in other words, it is possible
to teach ethical leadership.

Ethical leadership is about individual responsibility.
Ethical leadership is about excellent leadership.
Ethical leadership is about the critical contribution excellent leadership
makes to society and to the timely and effective delivery of service to our
citizens.
Ethical leadership is about character and integrity; and integrity is what you
do when no one is watching.
Ethical leadership is oftentimes equally about what we don?t do as it is
about what we do. Some refer to this dichotomy as the sins of omission
versus the sins of commission.
This Interactive Forum will not resolve all our ethical challenges and
dilemmas, but it?s the start of a conversation that hopefully with make our
top leaders in the public service think twice when they are about to make
decisions that seem questionable. Most of the time, when a person gets a
gut feeling that something is wrong, it usually is! The nature of human
values and moral conscience of choosing between ?right? rather than
?wrong? are concepts that are common to all social groupings, government
included. What makes such decision-making more critical for those of us in
public life is that we are custodians of the public trust.
When we betray the very public we have taken an oath to serve, we betray
ourselves, and by our action or inaction we dilute or dissolve the hopes and
optimism of our people. Each of us here today has an obligation to uphold
the public trust by always weighing the consequences and ethical
dimensions of our decisions as leaders in the public service.
http://www.emansion.gov.lr/doc/Presidents_Welcome_Remarks%20at_Ethical_Leadership_Forum_1.pdf

Corporate Social Responsibility (CSR) may have taken a
long time to get on our national agenda, but it is now
here to stay….
Corporate social responsibility has gained momentum
throughout our continent. As corporations open their
doors, their primary objective is to make profit, for
themselves and their shareholders. That is well and
good! But as they earn profits, utilizing local resources
and manpower, companies must also direct a portion of
that profit, the source of that wealth into the
development of the communities in which they operate.
This means the support of programs that provide
services to the community in critical areas such as
education, health, basic infrastructure, and capacity
building. It in their best interest to do, not only to live in
harmony with the community, but to be able to rely upon
the educated and healthy manpower which their
involvement would have created. This is an obligation,
not a charity, because a healthy relationship between
community and corporation is in everyone?s interest.

On the other hand, if we expect corporations to be
transparent and live up to certain obligations and
expectations in our development agenda, we, as
government, must be equally responsible, transparent,
and accountable. We must as much as possible respect
the sanctity of contracts and have judicial systems that
provide address when required.
….The way to evolve
such a system will be through ongoing and broad-based
conversations between government, firms, civil society,
and individual citizens.
As a way to start that conversation, and to offer some
leadership on this topic, I would like to suggest a few
values I think should drive our discourse:
? CSR must serve as a means for respecting workers?
rights and adhering to the terms of collective
bargaining;
? On a continent where the standards of giving back
to the community have been minimal, it is my hope
that CSR will be used to mend communitycorporate
relationships and provide avenues for
helping the disadvantaged and disempowered;
? CSR must serve as a vehicle so that businesses
that have not operated in a sustainable way, or
given due regard to the environment, are
encouraged to devise ways to adhere to high
ecological standards;
? While forced labor and child labor have not been
significant challenges in some parts of the
continent, I believe that CSR will be one of the
platforms for mitigating these societal ills;
? CSR should help promote engagement and
collective bargaining between employees and
employers and prohibit discrimination in
employment and at work, so that social and
economic justice can prevail.
It is evident that the business that gains the best
reputation is the one which shows responsibility
towards its workers, towards the citizens of the
communities in which it operates, and towards the
society at large.

The good governance that evaded this continent for
so long is finally taking roots. Therefore, it is
important that corporate social responsibility, which
was only sporadically applied, becomes a reality in
Africa.
http://www.emansion.gov.lr/doc/China_Africa_Corporate_Responsiblity_Dialogue.pdf

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