Ellen Johnson-Sirleaf, Auszüge aus Reden, Teil IV: Über afrikanische Frauen und Politik für sie, über Frauen in Führungspositionen

Deutsche Übersetzungen aus einem guten Dutzend ihrer Reden aus dem Zeitraum von 2006 bis Mitte 2010, also nach ihrer Wahl zur Präsidentin Liberias, und vor den totalen Schuldenerlässen von IWF, Weltbank und Pariser Club 2010. => Liberia hier im Afrikainfoblog
Diese Texte, thematisch in vier Teile aufgegliedert, sind Bestandteil meines Artikels “Wir Afrikaner müssen den Preis für Demokratie selber bezahlen – afrikanische Texte zu 50 Jahren Unabhängigkeit”; sie sind aus Speicherplatzgründen hier separat veröffentlicht.
Die Auszüge sind so ausgewählt und zusammengesetzt, dass Sie sie fast wie ein einziges Manuskript von oben nach unten durchlesen können.
Zur Qualität der Übersetzungen: sie ist gut, vor allem 100%ig korrekt, aber etwas unter meinem optinalen Niveau. Wenn Sie die Quantität in diesem Vierteiler betrachten, werden Sie verstehen, dass ich, im Unterschied zu den anderen drei Texten im Hauptartikel, aus Zeitgründen diesmal oft automatische Google-Übersetzungen in korrektes Deutsch umgeschrieben habe, anstatt alles manuell in wahrscheinlich stilistisch etwas besseres Deutsch zu übersetzen.

Hinweise:
Ellen Johnson Sirleaf ist seit dem 16. Januar 2006 gewählte Präsidentin der Republik Liberia. Englischsprachigen Leserinnen und Lesern empfehle ich die reichhaltige Webseite “Liberia: Past and Present”.
Einen kleinen Artikel über diese “Powerfrau” finden Sie auch ganz unten in meinem Beitrag “schreibt den kongolesischen Frauen”.
Ellen wird 2011 wieder kandidieren, entgegen ihrer früheren Aussage dies nicht zu tun. Nach Lektüre ihrer Reden werden Sie mir zustimmen, dass das nichts mit Machtliebe zu tun hat, sondern ihre frühere Aussage voreilig getroffen war: schon in reicheren Ländern mit viel weniger Problemen brauchen Politiker, die zu Verbesserungen motiviert sind, mehr als eine Amtszeit.
Für mich ist sie eine der besten politischen Kräfte und Personen, die Afrika bislang vorgebracht hat, eher ein afrikanischer Jelzin als Gorbatschow, denn ihre Legitimation beruht bislang ausschließlich auf freier und demokratischer Wahl durch das Volk, auf eisenhartem Willen, den Übeln den Saft abzudrehen und letztendlich am Ende einer langen, sehr schwierigen Strecke für ihr Volk gearbeitet zu haben.
Mit meiner Aufnahme ihrer Texte in meinen Unabhängigkeitsartikel (obwohl Liberia schon sehr lange vor den anderen unabhängig war) und meiner Arbeit daran möchte ich also indirekt ihren nächsten Wahlkampf etwas unterstützen. Der Fairness und Korrektheit halber füge ich daher jetzt noch hinzu, dass sie auch kritisiert wird: in den 1980ern hatte sie während des ersten liberianischen Bürgerkriegs einen der späteren massenmörderischen Diktatoren zu dessen Oppositionszeit einmal finanziell unterstützt, dies aber schon kurz darauf öffentlich bedauert und erklärt, sie habe vorschnell trotz Zweifeln an der Person einem ersten guten Eindruck über die Pläne Charles Taylors nachgegeben. Antikapitalistische Kritiker verweisen auch auf ihre Mitarbeit bei Weltbank und IWF. In ihrem Buch “Mein Leben für Liberia” können Sie aber nachlesen, was sie dort für Funktionen innehatte, was sie getan hat und was sie der Leitung der Institutionen gegenüber für Positionen vertrat, energisch vertrat, was auch zu teilweisen Korrekturen derer Politiken beitrug.

TEIL IV: hier
=> TEIL II: Über Korruption, gute Regierungsführung und Ethik
=> TEIL I: Über ihr Land und sie selber
=> TEIL III: Über Landwirtschaft, Armut und Bildung
Damit Sie sich die Auszüge nicht selber aus den Originaltexten herausklambüsern müssen, ist am Ende jedes Auszuges der link zur kompletten Rede, am Ende jedes Teil aber auch der englische Text nur der deutschen Übersetzungen.

Rede zum Internationalen Frauentag 2006, UNESCO
bannerwomenHeute könnte die Welt ein ausgewogeneres Verhältnis der Geschlechter haben, wenn Staats-und Regierungschefs praktische Schritte in Richtung Aktualisierung der zwölf kritischen Bereiche unternommen hätten, die in der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform dargelegt sind. Als Erinnerung für uns alle, sind seit Peking 1995 die kritischen Bereiche der Aktionsplattform:

1. Die anhaltende und zunehmende Last der Armut auf Frauen 2. Ungleichheiten und Unzulänglichkeiten und ungleicher Zugang zu Bildung und Ausbildung 3. Ungleichheiten und Unzulänglichkeiten und ungleicher Zugang zur Gesundheitsversorgung und den dazugehörigen Dienstleistungen 4. Gewalt gegen Frauen 5. Die Auswirkungen von bewaffneten oder anderen Arten von Konflikten auf Frauen, einschließlich derjenigen, die unter ausländischer Besetzung leben 6. Die Ungleichheit in den wirtschaftlichen Strukturen und Politiken in allen Formen produktiver Tätigkeiten und im Zugang zu Ressourcen 7. Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in der Teilung der Macht und der Entscheidungsfindung auf allen Ebenen 8. Unzureichende Mechanismen auf allen Ebenen zur Förderung von Frauen 9. Mangel an Respekt für und unzureichende Förderung nzw. Schutz der Menschenrechte von Frauen 10. Stereotypisierung von Frauen und Ungleichheit des Zugangs von Frauen zum und ihrer Beteiligung an allen Kommunikations-Systemen, insbesondere in den Medien 11. Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Wahrung der Umwelt 12. Anhaltende Diskriminierung und Verletzung der Rechte von Mädchen.

Es besteht die Notwendigkeit für die Regierungen und Völker der ganzen Welt zu gemeinsamen Anstrengungen in diesen kritischen Fragen im Zusammenhang mit den acht im Jahr 2000 verabschiedeten Millenniums-Entwicklungszielen. Ihre volle Verwirklichung zur Erreichung der Entwicklung für alle Völker wird in eine friedlichere und gesichertere Welt führen. Auch die Verwirklichung der grundlegenden Minima dieser globalen Meilensteine in einem Jahrzehnt wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung der Geschlechter, in Richtung Verwirklichung von Gleichheit und Gerechtigkeit in der Welt.

Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren:

Wenn wir die Übel in vielen sich entwickelnden Gesellschaften korrigieren wollen, sollten Frauen mit moralischer Rechtschaffenheit Macht- und Entscheidungspositionen in ihren Gemeinden anstreben. Bewährt getestete, ausprobierte und engagierte Führung auf lokalen staatlichen Ebenen kann zu ihrer Kompetenz, noch größere Verantwortlichkeiten in der Entscheidungsfindung wahrnehmen zu können,führen.

Mit Sicherheit stehen wir noch vor den Herausforderungen, die Armut zu beseitigen, sowie HIV / AIDS, Analphabetismus, Verletzung der Menschenrechte wie Gewalt gegen Frauen, Menschenhandel, schädliche traditionelle Praktiken gegenüber Frauen, begrenzten Zugang zu Ressourcen und Möglichkeiten, Korruption, Gesetzlosigkeit und andere soziale Missstände . Während diese Herausforderungen enorm bleiben, sind sie nicht unüberwindbar.

Ich glaube, dass ihnen rechtzeitig und gut gezielt Rechung zu tragen, wird das Potenzial von Frauen in Führungspositionen bestätigen und helfen, die Gesellschaften von der Kultur der schlechten Regierungsführung zu erheben, die weit verbreitet ist in den meisten Entwicklungsländern. Führungskräfte, die engagiert sind und den Mut zu ihrer Überzeugung haben, vor allem Frauen in Führungspositionen, werden die kritischen Themen, unter denen Frauen und Kinder leiden oder die eine Hälfte der Menschheit, anpacken.

Lassen Sie mich schließlich wieder hier betonen, dass der Erfolg von Frauen in Entscheidungsfindungspositionen weitgehend von ihrem Charakter, Kompetenz, dem Mut zu ihrer Überzeugung und das Bekenntnis zu Teamarbeit abhängen werden. Im Fall der nationalen Regierung, werden ein Team aus der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft sowie eine offene, berechenbare und transparente Führungsstruktur inklusive unserer internationalen Partner die Schwelle für eine gesunde funktionelle Beteiligung aller Akteure setzen.

Frauen in Entscheidungspositionen werden und können erfolgreich sein, wenn sie dort dieselben Standards der Exzellenz setzen, die sie sich persönlich zuschreiben. Sie müssen außerdem klares Engagement für und die Einhaltung internationaler Normen und Verträge nachweisen, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben und das Konzept und die Praxis der Gerechtigkeit und Gleichheit in den Vordergrund brachten. In dieser Hinsicht sind Frauen unter mehr gesellschaftlichem Druck für die Kontrolle sowie Verpflichtung zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen als integraler Bestandteil der universellen Menschenrechte.

Wir wissen, dass unsere Völker auf der Suche nach Erfolg auf uns blickenund wir können und dürfen nicht scheitern. Wir umarmen den Goodwill auf internationaler Ebene als ein Zeichen, dass tatsächlich der Wind des Wandels beginnt, auf dem gesamten Kontinent zu wehen und Frauen inspiriert Entscheidungspositionen einzunehmen, um die edlen Ziele, die sie nicht nur für sich selbst, sondern für ihr Volk, gesetzt haben, zu verfolgen.

Von weiblichen Führungskräften wird erwartet, zu allen Zeiten die Bereitschaft zu zeigen, mit der Vergangenheit zu brechen, sowie ein Engagement zu dienen und die Entschlossenheit, niemals nachzulassen bei der Verfolgung von Wahrheit, Gerechtigkeit, guter Regierungsführung und der Rechtsstaatlichkeit.

Frauen haben erhebliche Führungskraft auf der Ebene der Familien gezeigt, in der Gemeinschaft und in informellen Organisationen, in hohen internationalen Organisationen, und sie schreiten jetzt kühn zur höchsten Macht im öffentlichen Leben, und wir sind überzeugt, dass Frauen in Führungsrollen mit einer guten Führung, Engagement, Hingabe, mit einer Vision von Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit dazu beitragen, dass die Welt ein sicherer, ruhiger, progressiver Platz für sie und ihre Kinder wird.

Wir kennen das in Liberia, wir übernehmen die Verantwortung, das Tempo zu bestimmen, in der Lage zu sein, die Winde der Veränderung wahrzunehmen und sie zu einer Realität für die Förderung von Frauen zu machen. Weil Sensibilität haben gegenüber den Bedürfnissen der Gesellschaft, weil auf diese Bedürfnisse reagieren und effektive Führung bringen, Wohlstand bringen, die Integrität bringen, Charakter zeigen, für alle unsere Leute Erfüllung dieser Wünsche bringen, die von allen geträumt werden in diesen Jahren, weil das durch die Förderung von Frauen auf das höchste Niveau der staatlichen Macht möglich wird. Wir versprechen dieser Gruppe, dass unser Engagement immer lebendig bleibt, und dass Liberia wieder einmal ein Leuchtturm wird, einer, der das Tempo setzt für Frauen in Führungspositionen, die einen Unterschied in der Qualität des Lebens der Menschen machen können, nicht nur in Liberia und Afrika, aber wir wagen zu sagen, überall in der Welt.
Auszug aus: Address by Her Excellency Ellen Johnson Sirleaf, President of the Republic of Liberia, On the occasion of International Women’s Day 2006 UNESCO House 8 March 2006

aus: Rede zum Internationalen Frauentag 2007 in Madrid
Viel mehr bleibt zu tun, wenn wir gemeinsam, Nationen, Regierungen, Zivilgesellschaften, Führer bei der Entmutigung und schließlich der Beseitigung der Straflosigkeit gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt erfolgreich sein sollen. Wir müssen für eine Anerkennung der Ursachen / Bedingungen, die die Umwelt für die Entstehung und Verewigung dieser Voraussetzungen schaffen, kämpfen.

Dabei könnten wir zum Schluß kommen, dass Armut und Ausgrenzung, Konflikte und Diskriminierung die Brutstätten von sexualisierter Gewalt darstellen.
Der Kampf für grundsätzliches tägliches Überleben der Millionen von verzweifelten Familien treibt Mädchen und Frauen in Situationen, die praktisch den Missbrauch ihrer Rechte garantieren. In ihrem Bestreben, den Bedürfnissen und dem Wohlergehen ihrer verarmten Familien gerecht zu werden, finden sich irgendwann alternde Eltern und Erziehungsberechtigte und unsere jungen Mädchen oft leicht in unvorstellbare Umstände und Bedingungen mit dem Potenzial für sexuellen Missbrauch und Gewalt gegen ihre Person gelockt.

Ein beraubte Umwelt führt zu Prostitution und frühes Heiraten wird eine echte Versuchung für viele unserer sozial benachteiligten Mädchen und Frauen. Wir sind jetzt mehr als je zuvor der gesundheitlichen Auswirkungen solcher Fälle von sexuellem Missbrauch bewusst, wie der unverhältnismäßigen Ausbreitung von HIV und AIDS unter der weiblichen Bevölkerung unserer betroffenen Gesellschaften.
Traditionelle Praktiken und Wahrnehmungen sind auch weiterhin Probleme für den effektiven Umgang mit Gewalt von Männern gegen ihre Frauen. Die Verschwörung des Schweigens, die oft häusliche Gewalt gegen Mädchen und Kinder begleitet, hemmt häufiger als nicht das Vorgehen derjenigen so Schikanierten und derer, die sie zu schützen haben, dagegen.

Unkenntnis des Gesetzes spielt auch eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Straffreiheit für sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Gewiss, oft kennen Opfer von sexuellem Missbrauch in der einen oder der anderen Weise kaum ihre Rechte nach dem Gesetz. So gehen Gewalt gegen sie und die Unterwerfung unter raue Arbeitsbedingungen als Hausmädchen durch als “traditionelle” Normen “familiären” Lebens, und bewirken deshalb wenig oder gar keine Verachtung gegen diese sonst strafbaren Handlungen gegen gefährdete Frauen und Mädchen.

Es gibt eine zwingende Notwendigkeit für eine robuste, umfassende Strategie für den Schutz gefährdeter Frauen und Mädchen und ihnen gleiche Chancen und eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft zu gewährleisten. Ein solcher Aktionsplan sollte kurz- bis langfristige praktische Lösungen festlegen für die ursächlichen Bedingungen der Verstöße gegen Frauen- und Mädchenrechte und der Straflosigkeit, die mit ihnen verwoben sind.

Strategisches Denken ist notwendig, um sicherzustellen, dass Frauen- und Mädchenrechte, und zwar jene von gefährdeten Gruppen, in Konfliktsituationen geschützt sind. Die Anwendung der internationalen Gesetze und Sanktionen gegen sexualisierte Gewalt, “physische und psychische”, und die Bedrohung der Täter, dass sie letztendlich für solche ungeheuerlichen Vergehen zahlen werden, könnte dazu beitragen, potenzielle Täter abzuschrecken.

Die internationalen Bemühungen, einschließlich der anhaltenden Kampagnen, müssen ermutigt werden beim Aufbau einer Kultur des Friedens und der Stabilität, einer Kultur der Gewaltlosigkeit mit Ansätzen zur Lösung nationaler und internationaler Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, und beim Aufbau von geeigneten Umgebungen zur Konfliktlösung.

Internationale Unterstützung in Form von Ressourcen muss auch aufgebracht und mobilisiert werden für die Zwecke der Verbesserung der Lernfähigkeit von Frauen und Mädchen, vor allem in Ländern der Dritten Welt. Spezielle Programme für Mädchen, Ausbildung, Bildung und Alphabetisierung für Graswurzel-Frauen sind unerlässlich und haben sich mit veränderten Frauenrollen in der Gesellschaft erfolgreich gezeigt.

Den laufenden Bemühungen von Regierungen und Verfechtern der Menschenrechte sollten mehr Schwung gegeben werden bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und bei der Minimierung der ursächlichen Bedingungen für Verstöße gegen Frauen und Mädchenrechte.

Insbesondere müssen robuste Schritte unternommen werden, um Kindverheiratungen zu bekämpfen, um Familien und Gemeinden über die Übel gewisser “Traditionen” und “kultureller Praktiken” aufzuklären, während für die Notwendigkeit der Bildung von Mädchen und das Empowerment von Frauen im Allgemeinen geworben werden muss.
Eltern, Erziehungsberechtigte und Gemeindeälteste müssen ermutigt werden, diese Fragen offen zu diskutieren und die Praxis des öffentlichen Sprechens gegen insbesonders Fälle von Vergewaltigung und Zwangsheirat zu vermitteln.

Die Regierungen in den betroffenen Gesellschaften dürfen nie nachlassen bei der Einführung und Stärkung rechtlicher Mechanismen, bei der Durchsetzung von Gesetzen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und der strengen Verhängung von Sanktionen, die sich davon ableiten.
Zu diesem Zweck muss unsere Justiz gestärkt und kapazitiert werden. Sie müssen frei von Korruption bleiben und unbestechlich sein. Gerichtliches Personal muss, so viel wie der Rest der Gesellschaft, sensibilisiert werden über die Natur der Verbrechen gegen Frauen und Mädchen, und über die Notwendigkeit, unter den gegebenen Umständen umfassend mit der Straflosigkeit umzugehen.

Vernetzung von lokalen Nicht-Regierungs-Organisationen, weiblichen Gruppen der Zivilgesellschaft und internationalen Unterstützungs- Agenturen sollte gefördert und gestärkt werden. Wirksame Beschwerde-, Beratungs- und Überwachungsmechanismen, mit Garantie der Vertraulichkeit im Umgang mit sexualisierter Gewalt gekoppelt, müssen festgelegt und institutionalisiert sein für den Umgang mit Straffreiheit.
Auszug aus: Her Excellency Ellen Johnson Sirleaf
President of the Republic of Liberia
At the Opening Ceremony of the 2nd Meeting of
“Women for a Better World”
On the occasion of International Women?s Day
Madrid, Spain
March 7, 2007

Rede beim Spanien-Afrikatreffen “Frauen für eine bessere Welt”, März 2010
Es ist leider immer noch wahr, dass wir eine bessere Welt brauchen, wie der Name der Tagung schon sagt, und Frauen – insbesondere Frauen, die zusammenarbeiten – haben eine wichtige Rolle dabei zu spielen.
Veranstaltungen wie diese sind deshalb so sehr wichtig, weil sie die Chance für Frauen aus der ganzen Welt bieten, sich miteinander zu vereinigen, und stärker zu sein in Partnerschaft als wir es alleine wären.

Gleichzeitig sind solche Treffen eine bittersüße Erfahrung. Ich bin voller Hoffnung, wenn ich die Entschlossenheit, das Potenzial, den Drive von Frauen sehe, ihr Leben zu verbessern sowie das Schicksal ihrer Familien, Gemeinden und Länder. Was mich traurig macht, ist, dass solche Veranstaltungen überhaupt erforderlich sind; dass wir als das Geschlecht, das mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stellt, nach wie vor für unsere Rechte kämpfen müssen, als wären wir eine Minderheit, als wären wir nicht die ungewöhnlichste Erscheinung: eine unterdrückte Mehrheit.

Dennoch wird die heutige Veranstaltung benötigt, weil Frauen auf der ganzen Welt immer noch vor großen Herausforderungen stehen. Laut einem aktuellen UNIFEM-Bericht, bleiben Frauen ein geringerer Anteil der Arbeitnehmer als Männer. Frauen halten zwischen 7,7 Prozent und 28,1 Prozent der Ministerposten. Fünf Regionen umfassen Länder ohne Frauen in der Regierung. Die Unterschiede im Verhältnis von Frauen im Parlament sind: kein Bereich von Frauen in einigen Ländern bis zu einer Höhe von über 40 Prozent in Ländern wie Ruanda und Uganda als Beispiele dafür.

In meinem eigenen Land, zum Beispiel, trotz der rechtlichen und politischen Veränderungen, die wir eingeführt haben,

* Frauen machen nur 14 Prozent der Legislative aus;
* Alphabetisierungsraten sind fast doppelt so hoch für Männer wie für Frauen;
* Und auf jeder Ebene der Ausbildung, gibt es höhere Teilnahmequoten bei Männern als bei Frauen.

Die gute Nachricht ist, dass wir Fortschritte machen!

Beim Empowerment bin ich, dank der treuen Unterstützung der Frauen von Liberia, ein Beispiel dafür, wie Frauen ihren Platz in der oberen Ebene der internationalen Politik erobern.
Ein US $ 22.000.000 Zuschuss von der dänischen Regierung für ein landesweites Programm stärkt die Stellung der Frau in unserer Gesellschaft. Außerdem hat meine Regierung hart gearbeitet am Empowerment von Frauen, indem sie Frauen für Positionen der Autorität ernannte, so dass jetzt ein Drittel der Minister und County Superintendenten Frauen sind, sowie die Hälfte der Bundesrichter bei unserem Obersten Gerichtshof.

Bei der wirtschaftlichen Entwicklung haben wir:
* Über 40 Landfrauengruppen in besseren Landwirtschaftstechniken ausgebildet, um ihnen zu helfen ihr Einkommen und die Effizienz zu verbessern;
* Die Stiftung für Marktfrauen Sirleaf Market Women Fund, die ich initiierte, hat US $ 2.000.000 erhoben, um Märkte zu bauen oder zu renovieren und
* Das staatliche Programm für Landfrauen National Rural Women Program hat jetzt ein Drittel der Frauen im ländlichen Raum in jedem Landkreis als Mitglieder.

Im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, haben wir:
* uns konzentriert insbesondere auf die Verringerung der Mütter- und Kindersterblichkeit mit dem Bau von 2 Schwangerenvorsorge-Kliniken, und der Arbeit an 21 neuen medizinischen Grundversorgungs- Kliniken im ganzen Land;
* Wir rüsten alle Kreiskrankenhäuser auf für umfassenden Notfall, Geburtshilfe und Neonatologie, und wir heben das Niveau der Gesundheitszentren;
* Wir haben zwei weitere Geburtshilfeschulen für Hebammen eröffnet, die entscheidend sind bei den Bemühungen, die Müttersterblichkeit zu verringern;
* Und wir entwickelten einen nationalen Fahrplan für die Reduzierung der Sterblichkeit von Müttern und Neugeborenen, sowie eine nationale Politik für sexuelle und reproduktive Gesundheit.
In Anerkennung, dass Vergewaltigung ein ständiges Problem in unserer Gesellschaft ist, schaffen wir ein starkes Gesetz zur Bekämpfung von Vergewaltigung und macht diese zu einer nicht kautionsfähigen Straftat.

Im Bereich Bildung:
* Wir arbeiten an der Verbesserung der Einbindung von Mädchen in schulische Ausbildung, zur Überwindung des stetigen “Abtropfens”, wenn sie sich von primären, dann Mittelschulen, zu hohen Schulen und zur Universität bewegen.
* Und nächste Woche werde ich das Vergnügen haben, unser Projekt für
ökonomisches Empowerment von Mädchen und jungen Frauen zu lancieren, welches 2.500 junge Frauen für direkte Beschäftigung in der Privatwirtschaft trainieren wird. Wir wissen nur zu gut, dass, wenn wir unsere Mädchen heben, wir Liberia heben.

Exzellenzen, sehr geehrte Teilnehmer,
Tagungen wie diese, und der nationale Fokus auf dem International Women’s Day, sind notwendig, um unsere Botschaft auf der ganzen Welt zu verbreiten, die Nachricht von diesen Erfolgen zu verbreiten und die der Umsetzung unserer Ziele in Aktionen. Wir gehen in die richtige Richtung, aber wir sind noch nicht angekommen.

Ich bin sicher, dass dieses Treffen ein weiterer Schritt ist auf dem Weg zu dem Tag, an dem ein solches Ereignis nicht mehr benötigt werden wird – dem Tag, an dem Frauen ihren rechtmäßigen Platz als Gleichberechtigte neben Männern eingenommen haben werden, damit diese Welt ein besserer Ort für alle wird.
Ich danke Ihnen.
Auszug aus: Opening Remarks by Her Excellency Ellen Johnson Sirleaf
President of the Republic of Liberia
At the International Spain-Africa Meeting,
“Women for a Better World”
Valencia, Spain, March 27, 2010

Weiter

Originaltexte der übersetzten Auszüge:

Today the world could have become more gender-balanced if leaders had taken practical steps towards actualizing the Twelve Critical Areas outlined in the Beijing Declaration and Platform of Action. As a reminder to us all since Beijing ’95 the critical areas of concern addressed by the Platform for Action are;

1. The persistent and increasing burden of poverty on women 2. Inequalities and inadequacies in and unequal access to education and training 3. Inequalities and inadequacies in and unequal access to health care and related services 4. Violence against women 5. The effects of armed or other kinds of conflict on women, including those living under foreign occupation 6. Inequality in economic structures and policies in all forms of productive activities and in access to resources 7. Inequality between men and women in the sharing of power and decision making at all levels 8. Insufficient mechanisms at all levels to promote the advancement of women 9. Lack of respect for and inadequate promotion and protection of the human rights of women 10. Stereotyping of women and inequality in women’s access to and participation of all communication systems especially in the media 11. Gender inequalities in the management of natural resources and in the safeguarding of the environment 12. Persistent discrimination against and violation of the rights of the girl child.

There is a need for governments and peoples across the globe to make concerted efforts to address these critical issues in conjunction with the eight Millennium Development Goals adopted in 2000. Their full realization will lead to the attainment of development for all peoples in a more peaceful and secured environment. Moreover, the
attainment of the basic minimum of these Global milestones in a decade would be an important step toward gender equality, achieving equity and justice in the world.

Mr. Chairman, distinguished ladies and gentlemen:

If we are to correct the ills in many developing societies, women with the moral rectitude should aspire to positions of power and decision making in their communities. Proven tested, tried and committed leadership at the local government levels can lead to the lead to their assumption of even greater decision making responsibilities.

To be sure, we are still challenged to eradicate poverty, HIV/AIDS, illiteracy, human rights violation such as violence against women, human trafficking, harmful traditional practices against women, limited access to resources and opportunities, corruption, lawlessness and other social ills. While these challenges remain formidable they are not insurmountable.

I believe that addressing them in a timely and well-focused manner will confirm women’s leadership potential and help elevate societies from the culture of bad governance that is prevalent in most developing countries. Leaders who are committed and have the courage of their conviction, particularly women leaders, will tackle and address the critical issues affecting women and children or one half of humanity.

Finally let me re-emphasize here that women’s success in decision making positions will largely depend on their character, competency, the courage of their conviction and a commitment to team work. In the case of the national government, a team comprising the private sector, civil society and an open, accountable and transparent governance structure including our international partners will set the threshold for a more wholesome functional participation of all the stakeholders.

Women in decision making positions will and can succeed if they set as well as maintain the standards of excellence which they ascribe to personally. They must also demonstrate clear commitment and respect for international norms and treaties which have evolved over the years and brought the concept and practice of equity and equality to the fore. In this regard women are under more societal pressure, scrutiny as well as obligation to protect and promote the human rights of women and girl children as an integral part of the universal human rights.

We know our people are looking to us for success and we cannot and must not fail. We embrace the goodwill at the international level as a sign that indeed the wind of change is beginning to blow across the continent and inspire women to assume decision making positions in order to pursue the noble objectives they set for not only themselves but for their people.

Women leaders will be expected to demonstrate at all times a willingness to break with the past, a commitment to serve and a determination to never relent in pursuing truth, justice, good governance and the rule of law.

Women have demonstrated considerable leadership at the family level, in the community and informal organizations, in high levels of international organizations, and are now boldly stepping up the highest mantle of state authority in public life and we are convinced that with good guidance, commitment, dedication to change, with a vision that carries forward equality and social equity, women, through their leadership role, will help to make the world a safer, peaceful, more progressive place for themselves and their children.

We know that in Liberia, we take on the responsibility of setting the pace, of being able to take the winds of change and turn it into a reality for the advancement of women. For sensitivity towards the needs of society, for being able to respond to those needs and to bring effective leadership, to bring prosperity, to bring integrity, to bring character, to bring to all of our people those wishes which they have dreamed of in all those years will become possible by promoting women to the highest level of state power. We promise to this group that our commitment will remain ever alive and that Liberia will become, once again, a beacon, one that sets the pace, for women?s leadership that can make a difference in the quality of the lives of people, not only in Liberia and Africa, but we dare say, across the world.
http://www.emansion.gov.lr/doc/international_women_day.pdf

Much more remains to be done if we, collectively, as nations, as governments, as civil society, as leaders are to succeed in discouraging and subsequently eliminating impunity against gender based violence. We must search for an appreciation of the causes/conditions that create the environment for perpetrating and perpetuating those conditions.

In so doing, we might conclude that poverty and exclusion, conflict and discrimination constitute the breeding grounds of gender based violence.
The struggle for basic daily survival on the part of millions of desperate families drives girls and women into situations that virtually guarantee abuse of their rights. In their quest to cater to the needs and welfare of their poverty-stricken, sometime ageing parents and guardians, our young girls are often easily lured into unimaginable circumstances and conditions prevalent with the potential for sexual abuse and violence against their persons.

A deprived environment leads to prostitution and early marriages real temptation for many of our socially disadvantaged girls and women ? We also are now more than ever before conscious of the health implications of such sexual abuses, as evident in the disproportionate spread of HIV and AIDS among the female populations of our affected societies.
Traditional practices and perceptions also continue to pose problems for effectively dealing with violence by men against their womenfolk. The conspiracy of silence that often accompanies domestic violence against girls and children more often than not inhibits action by those so victimized and those expected to protect them.

Ignorance of the law also plays a significant part in the struggle against impunity for sexual violence against women and girls. Certainly, many a time, victims of sexual abuse of one kind or the other hardly know their rights under the law. Thus violence committed against them and subjugation to harsh domestic working conditions pass for ?traditional? norms of ?family? life, and therefore draws little or no disdain against such otherwise criminal actions against vulnerable women and girls.

There is an imperative need for a robust comprehensive strategy designed to protect vulnerable women and girls and to ensure them equal opportunity and a meaningful role in society. Such a plan of action should be woven around finding short to long-term practical solutions to the conditions that foster violations of women and girl?s rights, and the impunity go along with them.

Strategic thinking is needed to ensure that women and girls rights, and indeed those of vulnerable groups, are protected in conflict situations. The application of international laws and sanctions to gender based violence?physical and psychological?and the threat to perpetrators that they would eventually pay for such egregious offences, could help to deter potential perpetrators.

International efforts, including sustained campaigns, must be encouraged in building a culture of peace and stability, a culture of non-violence approaches to resolving national and international disputes and disagreements, and in the fostering of appropriate environments for conflict resolution.

International support in terms of resources must also be sought and mobilized for the purposes of enhancing the learning capacities of women and the girl child especially in Third World countries. Special programs for girls, skills training, education and literacy programs for grass root women are essential and have proven successful in changing women roles in society.

Ongoing efforts by governments and rights advocates should be given more impetus in sensitizing the public and in dealing with minimizing conditions for violations of women and girls? rights.

In particular, robust steps must be undertaken to combat child and marriages, educate families and communities on the evils inherent in such ?traditional? and ?cultural? practices, while touting the need for the education of the girl child and the empowerment of women generally.
Parents, guardians and community elders must be encouraged to openly discuss these issues and inculcate the practice of speaking out publicly against especially cases of rape and forced marriages.

Governments in the affected societies must never relent in instituting and reinforcing legal mechanisms aimed at enforcing laws against gender based violence and the stringent imposition of penalties arising thereof.
Towards this end, our judicial systems must be strengthened and capacitated. They must be made to remain corruption free and incorruptible. Judicial personnel must be sensitized as much as the rest of society respecting the nature of the crimes perpetrated against women and girls, and the need to comprehensively deal with impunity in the circumstances.

Networking involving local non-governmental organizations, female civil society groupings, and international support agencies should be facilitated and strengthened. Effective complaint, counseling and monitoring mechanisms, coupled with guarantees of confidentiality in dealing with gender based violence, must be established and institutionalized for dealing with impunity.
http://www.emansion.gov.lr/doc/womendayspain.pdf

It is, sadly, still true that we need the world to be better, as the Meeting?s name
suggests, and women ? especially women working together ? have a vital role to play.
Events such as this one are so very important, therefore, because they offer the chance
for women from around the world to reach out to each other, to unite, and to be
stronger in partnership than we could ever be individually.

At the same time, such Meetings are a bittersweet experience. I am filled with hope
when I see the determination, the potential, the drive of women to improve their lives
and the lot of their families, communities, and countries. What saddens me is that such
events are needed at all; that the gender that makes up more than half the world?s
population still must fight for our rights as if we were a minority, rather than that most
unusual of phenomena: an oppressed majority.

Nevertheless, today?s event is needed, because women all over the world still face huge
challenges. According to a recent UNIFEM report, women remain a smaller proportion
of salaried workers than men. Women hold between 7.7 percent to 28.1 percent of
Ministerial posts. Five regions include countries with no women in Government.
Disparities in proportion of women in parliament range from no women in some
countries to a high of over 40 percent in countries like Rwanda and Uganda being cases
in point.

In my own country, for example, despite the legal and policy changes that we have
introduced,

? women account for only 14 percent in the Legislature;
? Adult literacy rates are almost twice as high for men as they are for women;
? And at every level of education, there are higher enrolment rates among men than
women.

The good news is that we are making progress!

On empowerment, I am an example of how women can take their place at the top table
of international politics, thanks to the staunch support of the women of Liberia.
A US$22 million grant from the Danish Government for a nationwide program will
strengthen the position of women in our society. Moreover, my Government has worked
hard to empower women by placing them in positions of authority so now a third of the
Ministers and County Superintendents I?ve appointed are women, as well as half the
Associate Justices on our Supreme Court.

On economic development we have:
? Trained over 40 rural women?s groups in better agriculture techniques, to help
them improve their income and efficiency;
? The Sirleaf Market Women Fund, which I initiated, has raised US$2 million to
construct or renovate markets; and
? The National Rural Women Program now has one-third of rural women in every
county as members.

In the area of sexual and reproductive health, we have:
? Focused, in particular, on reducing maternal and child mortality by building 2
antenatal care clinics, and starting work on 21 new primary healthcare clinics
across the country;
? We are upgrading all the county hospitals to provide comprehensive emergency,
obstetric and neonatal care services, and also upgrading health centers;
? We have opened two additional midwifery schools to train midwives who are
crucial in efforts to reduce maternal mortality;
? And we developed a national road map for maternal and newborn mortality
reduction, as well as a National Sexual and Reproductive Health Policy.
In recognition that rape is a continuing problem in our society, we passed a strong law
criminalizing rape and making it a non-bailable offense.

In education:
? We are working to improve girls? enrolment in schools, to overcome the
steady drop-off as they move from primary, through junior high, to high
school and on to university.
? And next week, I will have the pleasure of launching our Economic
Empowerment of Adolescent Girls and Young Women project, to train 2,500
young women ready for direct employment in the private sector. We know
only too well that when we lift our girls, we lift Liberia.

Excellencies, Distinguished Participants,
Meetings like this, and the national focus of International Women?s Day, are necessary
in driving our message across the globe, spreading news of these successes and
turning our aspirations into action. We are headed in the right direction, but we are not
there yet.

I am sure that this Meeting will serve as another step on the path to the day when such
an event will no longer be needed ? the day when women take their rightful place as
equals, alongside men, in making this world a better place for all.
I thank you.
http://www.emansion.gov.lr/doc/WOMEN_FOR_A%20BETTER_WORLD_MEETING_VALENCIA_SPAIN_3_27_10_.pdf

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