KARIKATURIST IN AFRIKA: RISIKOBERUF – caricaturiste en Afrique: dangereux métier

von, par: Deutsche Welle
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Karikatur von Michaël Maloji M., Demokratische Repubik Congo (Foto: Dritte Welt Journalisten Netz)

Pressefreiheit

Schwierige Arbeitsbedingungen für Karikaturisten in Afrika

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – eine Karikatur mehr als ein Leitartikel. Doch in den meisten afrikanischen Ländern müssen die Karikaturisten auf der Hut sein. Dort gilt: Keine Satire erwünscht.

Tansanias ehemaliger Präsident Benjamin Mpaka nahm es stets locker, wenn er Karikaturen über sich selbst in der Zeitung sah: “Ich kann mich nicht mal mehr an mein eigenes Gesicht erinnern”, scherzte er gerne in Anspielung auf die vielen satirischen Zeichnungen von ihm. Während seiner zehnjährigen Amtszeit von 1995 bis 2005 genossen Karikaturisten durchaus ein hohes Ansehen, doch diese Zeiten sind vorbei.

“Es ist ja kein Geheimnis, dass die Meinungsfreiheit in unseren afrikanischen Ländern immer noch unterentwickelt ist”, sagt Samuel Mwamkinga. Der Karikaturist aus Tansania gewann am Samstag (25.05.2013) den dritten Platz des internationalen Karikaturen-Wettbewerbs des deutschen Veranstalters “Dritte Welt Journalisten Netz” (DWJN). Im Interview

mit der DW vergleicht Mwamkinga seine Arbeit mit denen seiner schreibenden Zeitungskollegen. Doch während ein Artikel oftmals problemlos gedruckt werden könne, habe eine Karikatur mit dergleichen Aussage ein viel stärkeres Gewicht. “Deswegen fragt man sich immer: ‘Wenn ich das jetzt zeichne, was passiert dann?’ Ich muss immer darauf achten, dass es meiner Zeitung keine Probleme bringt.”

Redakteure betreiben Selbstzensur

Karikatur von John Swanepoel und John Curtis (Dr Jack & Curtis), Südafrika Are we there yet?(Foto: DWJN (Dritte Welt Journalisten Netz)) Erster Platz für die südafrikanischen Künstler Swanepoel und Curtis und die Karikatur “Sind wir schon da?”

Oft ist aber schon der verantwortliche Redakteur der Zeitung die erste Hürde für den Zeichner. John Curtis, der gemeinsam mit John Swanepoel den ersten Platz des Wettbewerbs belegte, kennt dieses Problem auch aus Südafrika – obwohl das Land, wie er meint, die größte Karikaturen-Tradition des Kontinents habe. “Diese Tradition ist unter der demokratischen Befreiung enorm gewachsen und wahrscheinlich gerade auf ihrem Höhepunkt”, sagt Curtis. Trotzdem befürchteten einige Journalisten und Karikaturisten, dass die Freiheit auch in Südafrika in Zukunft wieder eingeschränkt werden könnte.

Dass die Lage der Pressefreiheit aber nicht immer aussagekräftig ist für die Karikaturistenszene in einem Land, zeigt das Beispiel Demokratische Republik Kongo. Denn gerade von dort kamen die meisten der 70 Einsendungen für den internationalen Karikaturenwettbewerb. Und das, obwohl das Land einen der hinteren Plätze auf der internationalen Rangliste der Pressefreiheit belegt, die die Organisation “Reporter ohne Grenzen” jedes Jahr veröffentlicht.

Internet als wichtige Plattform

Karikatur von Ndula, Kenia; Unity is imperative for Africa's survival (Foto: DWJN (Dritte Welt Journalisten Netz)) “Einheit ist zwingend notwendig für Afrikas Überleben” – Ndula aus Kenia gewann den zweiten Platz
Annette Hornung-Pickert, Mitveranstalterin des Karikaturen-Wettbewerbs vom DWJN, kann im Gespräch mit der DW aber auch positive Trends im Alltag der afrikanischen politischen Zeichner erkennen: das Internet und neue technische Geräte erleichtere den Karikaturisten den Alltag. Sie könnten sich untereinander vernetzen und auch über Grenzen hinweg austauschen. “Das Berufsbild der Karikaturisten in Afrika hat sich total verändert”, sagt Hornung-Pickert. Der Zweitplatzierte aus Kenia, Victor Ndula, zeichne nur noch auf dem i-Pad und habe ansonsten ein papierloses Büro. Und wenn ein Redakteur mal eine Zeichnung ablehne, biete das Internet eine Alternative: “Durch das Internet können heutzutage viel kritischere Karikaturen veröffentlich werden”, so Hornung-Pickert. “Sie fühlen sich viel freier, wenn sie es auf ihren eigenen Plattformen im Internet veröffentlichen können.”

Das gilt allerdings nur eingeschränkt für Tabu-Themen, die alle Karikaturisten auf dem Kontinent möglichst meiden. Religion ist ein solcher Aspekt, der spätestens seit den dänischen Mohammed-Karikaturen nicht mehr mit der spitzen Feder der Künstler behandelt wird. Für Tansania kann Samuel Mwamkinga aber noch andere Themen aufzählen, zum Beispiel das Thema der gleichgeschlechtlichen Ehe. “Es ist schlicht unmöglich, dass ein Künstler sagt, die Homo-Ehe ist eine Frage der Menschenrechte”, so Mwamkinga.

Ist Satire Arbeit?

Karikatur von Samuel Mwamkinga, Tansania African Union challenges (Foto: DWJN (Dritte Welt Journalisten Netz)) Mwamkinga aus Tansania und die “Herausforderungen der Afrikanischen Union” belegten Platz drei

Die Karikaturisten erzählen auch von weiteren Ärgernissen – so fühlen sich viele von ihren Kollegen nicht ernst genommen. “Vielleicht weil wir etwas Lustiges produzieren”, vermutet Mwamkinga. Aber es ahne niemand, wie lange er brauche, um eine Idee zu entwickeln. “Es ist schon entmutigend, wenn selbst die Leute in den Medien unsere Profession nicht als vollwertig anerkennen.”

Leben könne er aber von seinem Job, sagt der tansanische Künstler, der seit mehr als 20 Jahren als Karikaturist arbeitet. Für Anfänger sei es allerdings schwer. Das gelte auch für Südafrika, erklärt John Curtis. Wenn schon ein Bild mehr als 1000 Worte sage, solle doch auch eine Karikatur bezahlt werden wie 1000 Worte.

© 2013 DW.DE

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Zum 50. Geburtstag: Die Afrikanische Union als Karikatur

Datum 28.05.2013
Autorin/Autor Maja Braun
Redaktion Sarah Steffen

Afrique

Caricaturiste en Afrique, un métier à risque

Une image dit plus que mille mots, une caricature plus qu’un édito. Mais dans la plupart des pays africains, les caricaturistes doivent faire attention car la satire peut rapidement rencontrer la disgrâce des puissants.

Les hommes politiques en Afrique ne sont pas tous allergiques aux caricatures. Ainsi l’ex-président de Tanzanie, Benjamin Mkapa, réagissait généralement de manière détendue lorsqu’il découvrait des caricatures de lui dans les journaux.

L'unité est essentielle pour la survie de l'Afrique : Ndula, du Kenya, obtient la seconde place L’unité est essentielle pour la survie de l’Afrique : Ndula, du Kenya, obtient la seconde place

« Je n’arrive même pas à me souvenir de mon propre visage ! » aimait-il plaisanter en évoquant les nombreuses caricatures dont il a été l’objet.

Un dirigeant qui avait de l’humour

Pendant les dix années où il a occupé les plus hautes fonctions du pays, de 1995 à 2005, les caricaturistes jouissaient d’un certain prestige dans son pays. Mais cette époque est révolue. C’est ce que confirme Samuel Mwamkinga, caricaturiste tanzanien qui vient de remporter la troisième place du concours international de caricatures lancé par l’organisation allemande DWJN, le Réseau de journalistes du Tiers Monde : « Ce n’est pas un secret que dans nos pays africains la liberté d’expression est encore sous-développée ! »

Des journaux qui s’autocensurent

Selon Mwamkinga, un article écrit sur le même sujet qu’une caricature peut plus souvent être imprimé sans problème, alors qu’un dessin heurte plus facilement les susceptibilités. C’est pourquoi Samuel doit toujours se demander : « Si je dessine cela, que va-t-il se passer ? Je dois toujours faire attention à ce que mes dessins n’entraînent pas de problèmes pour mon journal. »

L’autocensure joue donc un rôle non négligeable. Souvent, le rédacteur responsable d’un journal est le premier obstacle à franchir pour le caricaturiste.

Situation variable selon les pays

Pour autant, la situation de la liberté de la presse n’est pas forcément un indicateur fiable pour la création et l’existence de caricaturistes dans un pays. Car c’est justement de la République démocratique du Congo que proviennent la majorité des caricatures envoyées pour le concours du Réseau de journalistes du Tiers Monde. Or, la RDC occupe l’une des dernières places du classement annuel de Reporters sans frontières (RSF) dans le domaine de la liberté de la presse à l’échelon international.

La technologie au service de la caricature

Selon Annette Hornung-Pickert, co-organisatrice du concours de caricatures, l’image du dessinateur politique en Afrique évolue avec les progrès techniques qui facilitent leur travail : « La profession de caricaturiste en Afrique a totalement changé. Aujourd’hui, ils travaillent souvent avec un i-Pad. Comme le lauréat kényan Victor Ndula par exemple, qui a obtenu la seconde place à notre concours. Il ne dessine qu’avec une tablette tactile, il a un bureau sans papier ! »

Par ailleurs, même si certains sujets restent encore tabou, comme l’homosexualité ou la religion, internet permet aussi aux caricaturistes d’Afrique et du monde entier d’échanger leurs idées par delà les frontières et de déjouer parfois la censure.

Mwamkinga de Tanzanie et les défis de l'Union africaine, troisième place Mwamkinga de Tanzanie et les défis de l’Union africaine, troisième place

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Liberté de la presse

Droits et libertés (Magazine)

Date 30.05.2013
Auteur Maja Braun, Philippe Pognan
Edition Marie-Ange Pioerron

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