NAMIBIA: KAMPF GEGEN NASHORN-WILDEREI

2. Chinesen bleiben in Haft
Fr, 2014-05-23 07:00 — Allgemeine Zeitung Namibia
Kautionsantrag mutmaßlicher Nasenhorn-Schmuggler abgelehnt
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1. Keine Spur von Wilderern – Keine weiteren Kadaver entdeckt
Fr, 2014-05-23 07:00 — Allgemeine Zeitung Namibia
Windhoek (dh) – Nur wenige Meter von einander entfernt wurde die junge Schwarze Nashornkuh und ihr vermutlich erstes Kalb, welches etwa zwei Jahre alt war, Ende vergangener Woche von Wilderern getötet. Beiden Tieren wurden die Nasenhörner abgehackt. Gut informierten Quellen zufolge fanden Mitglieder einer Patrouille des Rettet-die-Nashörner-Fonds (SRT) die beiden Kadaver, die die skrupellosen Wilderer zum Verrotten zurückgelassen hatten, am vergangenen Samstag.

SpitzmaulnashornkuhNur wenige Meter von einander entfernt fanden die junge Spitzmaulnashornkuh und ihr etwa zweijähriges Färskalb in der vergangenen Woche durch Kugeln skrupelloser Wilderer den Tod. Beiden Tieren wurden die vorderen und hinteren Nasenhörner abgehackt. Die Tiere wurden in der Gegend getötet, in der Anfang April bereits ein Nashornbulle Wilderern zum Opfer fiel. Fotos: Fritz Schenk Jnr

Gestern flogen Vertreter der Polizei, des Ministeriums für Umwelt und Tourismus und des SRT (Save the Rhino Trust) die Gegend nördlich der Palmwag-Lodge und des Aub-Canyons ab, auf der Suche nach möglichen weiteren Kadavern und/oder Spuren der Wilderer. Allem Anschein wurde nichts Verdächtiges entdeckt. Bisher ist nicht bekannt mit wie vielen Schüssen die beiden Spitzmaulnashörner getötet wurden, noch ob Kugeln sichergestellt werden konnten oder ob mehrere Schützen beteiligt waren. Anscheinend waren die beiden Tiere den SRT-Mitgliedern bekannt. Vor einem Monat wurde ein junger Nashornbulle in der Nähe gewildert und dessen Nasenhörner ebenfalls abgehackt. Bisher konnte noch niemand im Zusammenhang mit dem Tod der drei Tiere verhaftet werden. Auch von den Nasenhörnern fehlt noch jede Spur.
In einer Presseerklärung des Umweltministeriums heißt es, dass „das Ministerium sehr besorgt sei und zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe, um die Welle der Wilderei aufzuhalten“. Weiterhin werde das illegale Plündern der Wildtiere aufs Schärfste verurteilt und sollten die „Schuldigen sofort mit diesen eigennützigen Aktivitäten aufhören“.
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Spitzmaulnashornkuh-

2. Chinesen bleiben in Haft
Fr, 2014-05-23 07:00 — Allgemeine Zeitung Namibia
Kautionsantrag mutmaßlicher Nasenhorn-Schmuggler abgelehnt
Die drei Chinesen, die des illegalen Besitzes von 14 Rhinozeros-Hörnern angeklagt sind, werden bis auf weiteres in Haft bleiben, nachdem ihr Kautionsantrag gestern wegen Fluchtgefahr abgelehnt wurde. Ihr Verfahren soll am 6. August fortgesetzt werden.
In seiner Urteilsbegründung hob Magistratsrichter George Mbundu hervor, es bestehe kein Zweifel daran, dass die beiden Angeklagten Li Zhibing (53) und Li Xiaoliang (30) im Besitz der beiden Koffer gewesen seien, in denen sich 14 Nasenhörner und ein Leopardenfell befunden hätten. Schließlich habe jeder von ihnen am 24. März nachweislich jeweils einen der Koffer am Hosea-Kutako-Flughafen aufgegeben, von wo aus sie zusammen mit ihrem Mitangeklagten Pu Xuexin (49) nach China hätten fliegen wollen.
Obwohl Pu keine „direkte Kontrolle“ über die Koffer gehabt habe, gebe es eindeutige Indizien dafür, dass er von dem illegalen Inhalt der Koffer gewusst und mit den beiden anderen Angeklagten zusammengearbeitet habe. Schließlich habe sich in der Tasche von Pu ein Bündel Schlüssel gefunden, von denen einer offensichtlich zu einem der mit Nasenhörnern gefüllten Koffer gehört habe.
Richter Mbundu erinnerte ferner daran, dass Pu zusammen mit seinen beiden Mitangeklagten am 9. März aus Beijing abgereist und zwei Tage mit ihnen zusammen bei einem Bekannten in Sambia gewohnt habe. Von dort seien alle drei Angeklagten am 12. März gemeinsam nach Namibia eingereist, wo sie sich über 12 Tage in ständiger Begleitung voneinander befunden und sich ein Zimmer in einem Windhoeker Hotel geteilt hätten.
Das Bewegungsprofil der Beschuldigten lasse folglich den Schluss zu, dass sie in gemeinschaftlicher Absicht gehandelt und die Unwahrheit gesagt hätten, als sie angaben, ihnen sei der Inhalt der beiden Koffer unbekannt gewesen, die sie für einen gewissen Wu Zhang nach China hätten mitnehmen sollen.
Der Richter erinnerte ferner an die Zeugenaussage von Polizeiinspektor Berry de Klerk, wonach die drei Angeklagten vermutlich Teil eines Syndikats seien. Diese Theorie hält er angesichts der Tatsache für plausibel, dass „offensichtlich andere Personen an dem versuchten Schmuggel beteiligt waren“. Diese Vermutung dränge sich schon deshalb auf, weil die Angeklagten weder für ihre Hotelunterkunft in Windhoek, noch für ihre Flugtickets bezahlt, sondern offensichtlich auf Kosten ihrer Auftragsgeber gereist und logiert hätten.
Des Weiteren verwies der Richter auf den hohen Schätzwert der mutmaßlichen Schmuggelware von über 2 Millionen N$ für deren bloßen Besitz eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren verhängt werden könne. Angesichts des demnach drohenden Freiheitsentzuges könnten die Angeklagten „stark versucht sein“, sich ihrem bevorstehenden Prozess durch Flucht zu entziehen. Diese akute Gefahr werde ferner durch die Tatsache potenziert, dass keiner der Beschuldigten Grundbesitz oder Familie in Namibia habe oder sonstwie mit dem Land „verwurzelt“ sei.
„In Anbetracht der erdrückenden Beweislage und der möglichen Haftstrafe im Falle einer Verurteilung wäre es weder im öffentlichen noch im juristischen Interesse, die Angeklagten auf Kaution freizulassen“, erklärte der Richter und ergänzte: „Das Gericht würde das Vertrauen der Öffentlichkeit erschüttern, wenn es die Angeklagten auf Kaution freilassen und damit ihre Flucht riskieren würde.“
Auf Antrag von Staatsanwalt Anthony Wilson sollen die drei Chinesen bis zur Fortsetzung ihres Verfahrens am 6. August von den Polizeizellen in das Windhoeker Zentralgefängnis verlegt werden.
Von Marc Springer, Windhoek
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