SÜDAFRIKA: 5-MONATIGER PLATINSTREIK VERLUSTREICH VORBEI – Afrique du Sud: les mineurs de platine reprennent le travail

2. Meinung: Südafrikas Dauerstreik hat böses Nachspiel
Fr, 2014-06-27 00:38 — Allgemeine Zeitung Namibia http://az.com.na/afrika
Eine solch verrückte Situation hat es am Platinmarkt schon lange nicht mehr gegeben: Fünf Monate lang standen fast alle Förderbänder bei den drei weltweit größten Produzenten in Südafrika still. Viele Schlichtungsgespräche scheiterten, erst diese Woche gab es eine Einigung.
1. Ende des Arbeiterkampfs in Südafrika – Mehr Geld für Bergarbeiter
25.06.2014 http://www.taz.de/!p4621
Nach fünfmonatigem Streik haben 70.000 Bergarbeiter aus Platinminen eine Lohnerhöhung erkämpft. Die Konzerne erlitten Verluste von rund 1,65 Milliarden Euro.
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Afrique du Sud: les mineurs de platine reprennent le travail
Marikana (Afrique du Sud) (AFP) – 25.06.2014 07:46
Des milliers de mineurs de platine sud-africains reprenaient le travail mercredi matin après l’accord salarial conclu la veille qui a mis fin à cinq mois de grève.

Des mineurs reprennent le travail dans la mine de Marikana en Afrique du Sud, le 25 juin 2014
Wiederaufnahme der Arbeit in Marikana
Des mineurs reprennent le travail dans la mine de Marikana en Afrique du Sud, le 25 juin 2014
afp.com – Mujahid Safodien

Les employés des trois grands producteurs de platine Anglo America Platinum (Amplats), Impala Platinum (Implats) et Lonmin se dirigeaient vers les mines de la région de Rustenburg (nord) dès cinq heures du matin (03H00 GMT).
“Je suis content que la grève soit finie et que notre retour s’accompagne d’une petite différence dans nos salaires”, déclarait Andries Phala, qui travaille chez Lonmin depuis 14 ans.
A l’entrée du puits Rowland de Lonmin, la queue des employés s’étendait sur près d’un kilomètre.
La production de platine ne va pas reprendre immédiatement, les mineurs devant d’abord passer un contrôle médical et les installations minières devant être remises en état de marche après les cinq mois d’arrêt.
Au terme de la plus grande grève de mineurs dans l’histoire de l’Afrique du Sud, les compagnies ont accepté d’octroyer de fortes augmentations, notamment pour les plus bas salaires, réparties sur les trois prochaines années.
© 2014 AFP

Des mineurs sud-africains en grève à Marikana, à 40 km de Rustenburg, la ceinture de platine, le 14 Des mineurs sud-africains en grève à Marikana, à 40 km de Rustenburg, la ceinture de platine, le 14
Streikende Bergarbeiter in Marikana, Südafrika, 14. Juni 2014
Des mineurs sud-africains en grève à Marikana, à 40 km de Rustenburg, la ceinture de platine
afp.com

1. Ende des Arbeiterkampfs in Südafrika – Mehr Geld für Bergarbeiter
25.06.2014 http://www.taz.de/!p4621
Nach fünfmonatigem Streik haben 70.000 Bergarbeiter aus Platinminen eine Lohnerhöhung erkämpft. Die Konzerne erlitten Verluste von rund 1,65 Milliarden Euro.
MARIKANA afp | Nach der Einigung auf Lohnerhöhungen sind die Arbeiter in Südafrikas Platinminen am Mittwochmorgen an die Arbeit zurückgekehrt. Tausende Bergarbeiter strömten am frühen Morgen zu den Minen außerhalb der Stadt Rustenburg im Nordwesten des Landes. Bis die Produktion tatsächlich wieder anläuft, wird es aber etwas dauern: Die Arbeiter müssen nach ihrem fünfmonatigen Streik zunächst medizinische Tests und Sicherheitsüberprüfungen absolvieren.
Der Streik war am Montag offiziell beendet worden, am Dienstag unterzeichneten Gewerkschaften und die Minenbetreiber Anglo American Platinum (Amplats), Impala Platinum und Lonmin ein Abkommen, das eine Anhebung der Löhne in den kommenden drei Jahren vorsieht. Einen Monatsverdienst von mindestens 12.500 Rand (rund 880 Euro) für alle konnten die Gewerkschaften aber nicht durchsetzen.
Der im Januar begonnene Ausstand hatte sowohl die Arbeiter als auch die Unternehmen zuletzt stark belastet. Nach Angaben der Konzerne entstanden ihnen durch den Streik der etwa 70.000 Arbeiter Verluste von insgesamt 24 Milliarden Rand (rund 1,65 Milliarden Euro).
Südafrika verfügt über 80 Prozent der weltweiten Platinreserven, doch reichten die Lagerbestände bisher aus, um Engpässe bei dem unter anderem in Katalysatoren verwendeten Edelmetall zu vermeiden.

2. Meinung: Südafrikas Dauerstreik hat böses Nachspiel
Fr, 2014-06-27 00:38 — Allgemeine Zeitung Namibia http://az.com.na/afrika
Eine solch verrückte Situation hat es am Platinmarkt schon lange nicht mehr gegeben: Fünf Monate lang standen fast alle Förderbänder bei den drei weltweit größten Produzenten in Südafrika still. Viele Schlichtungsgespräche scheiterten, erst diese Woche gab es eine Einigung.
Trotz der total verfahrenen Lage wollte sich der Preis des weißen Edelmetalls partout nicht bewegen: Seit Streikbeginn Mitte Januar verharrte Platin in einer engen Spanne zwischen 1400 und 1500 US$ pro Unze. Dies ist umso verblüffender als der erbitterte Streik im Platinbergbau nicht nur der längste und teuerste in der Geschichte des Landes war, sondern längst die Existenz der gesamten Platinbranche gefährdet hat, die für einen Großteil der südafrikanischen Deviseneinnahmen verantwortlich ist. Der 150 Tage lange Arbeitsausstand hatte dem Markt jedenfalls rund 40% der globalen Produktion entzogen und dürfte nun nach einer Beilegung enorme Folgeschäden haben.
Große Lagerbestände
Ein Grund für die bemerkenswerte Preisstabilität inmitten der tiefen Krise liegt in den üppigen Lagerbeständen, die Südafrikas Förderer im Vorfeld des Streiks aufgebaut hatten – und die sie in den letzten Wochen peu a peu zu den Abnehmern in den Markt geschleust haben. Alle Lieferverträge konnten bislang eingehalten werden.
Über die größten Vorräte verfügt Anglo American Platinum (Angloplat), eine 80-prozentige Tochter des Bergbauhauses Anglo American. Mit rund 2,4 Millionen Unzen pro Jahr und einem Marktanteil von 40% ist Angloplat die klare Nummer eins am Markt. Dahinter folgen mit 1,4 Millionen Unzen Impala Platinum (Implats) und schließlich Lonmin mit 750000 Unzen.
Mit Glück im Unglück
Glück im Unglück haben die Förderer vom Kap dadurch, dass die Auto­branche, die rund 40% des Platins in ihren Abgaskatalysatoren verwendet, angesichts der weltweit schwachen Fahrzeugnachfrage zurzeit nicht annähernd ausgelastet ist. Aber auch die Schmuckverkäufe, vor allem in China, wo 70% verbraucht werden, fragt gegenwärtig weniger Platin nach. Dabei brauchen die Minen am Kap dringend höhere Preise, um die in den letzten fünf Jahren um mehr als 100% gestiegenen Kosten für Löhne und Strom aufzufangen. Bereits jetzt sind rund die Hälfte der Platinbergwerke nicht mehr rentabel.
Umso härter traf sie nun der erneute Streik: Nach Angaben von Lonmin hat der Arbeitsausstand die Minenbetreiber seit Ende Januar mehr als 21 Milliarden Rand gekostet, was einem Drittel des gesamten Jahresgewinns entspricht. Die Arbeiter mussten ihrerseits einen Lohnausfall von mehr als neun Milliarden Rand hinnehmen und werden inzwischen von Hilfsorganisationen mit Lebensmitteln versorgt, weil viele unter akutem Hunger leiden.
Dennoch wollte die vor zwei Jahren neu aufgekommene radikale Gewerkschaft Amcu nach all den Opfern nun keinen Rückzieher machen. Sie pochte beharrlich auf ein Einstiegsgehalt von 12500 Rand im Monat, was eine Verdoppelung vom gegenwärtigen Niveau bedeuten und die bereits jetzt defizitären Minenkonzerne ruinieren würde.
Technische Rezession droht
Am Ende gibt es viele Verlierer. Wegen des stark eingebrochenen Anteils des Bergbaus ist das Bruttosozialprodukt Südafrikas im ersten Quartal 2014 bereits um 0,6% geschrumpft. Da auch das zweite Quartal ähnlich desaströs verlaufen dürfte, droht dem Land am Kap nun sogar eine technische Rezession.
Spurlos wie bislang dürfte dies am Preis nicht vorübergehen: Die meisten Beobachter gehen inzwischen von einem zumindest leichten Anstieg in eine Preisspanne zwischen 1500 und 1700 US$ pro Unze aus – ein Niveau, das Platin zuletzt im September erreichte. Auch Hedgefunds wetten auf höhere Preise. Allerdings wäre das weiße Edelmetall damit noch weit von den Höchstständen im Jahr 2008 entfernt, als Platin bis auf 2200 US$ pro Unze kletterte.
Obwohl der Streik nun zu Ende ist, dürfte es lange Zeit dauern, bis die Produktion wieder den Stand von Ende 2013 erreicht. Besonders bedenklich ist für Südafrika und seine Förderer nach Ansicht der Londoner Edelmetallspezialisten Johnson Matthey jedoch, dass industrielle Nutzer wegen der verfahrenen Lage am Kap zunehmend nach Ersatzstoffen für Platin suchen. Ein Gewinner ist das Schwestermetall Palladium, das sich nahe eines Mehrjahres-Hochs bewegt. Alternativmaterialien würden die Abhängigkeit der Nutzer von Südafrika in jedem Fall verringern – und könnten dem bereits schwer angeschlagenen Sektor womöglich irreparablen Schaden zufügen.
Wolfgang Drechsler, Kapstadt

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